netzeitung.deSüdafrikanische Familie verklagt Disney

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Filmausschnitt "König der Löwen" (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Filmausschnitt "König der Löwen"
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

1939 komponierte Solomon Linda einen Song, der heute als «The Lion Sleeps Tonight» bekannt ist. Nun fordert die Familie Tantiemen für dessen Verwendung im Film «König der Löwen».

Für Disney sind es die berühmten «Peanuts», eine südafrikaische Familie kann davon gut leben. Die Nachkommen des Musikers Solomon Linda haben den Disney-Konzern auf 1,6 Millionen Dollar verklagt, weil der versäumt habe, Tantiemen zu zahlen.

1939 erfand der Zulu-stämmige Südafrikaner Solomon Linda eine Melodie und nahm mit der Band Evening Birds den Song «Mbube» auf. Das Lied wurde in Afrika ein Hit und schließlich von dem US-Folksänger Pete Seeger entdeckt.

Wie BBC berichtet, schrieb Seeger in seiner Autobiografie, dass er den Song «Note für Note» umgeschrieben habe und ihn schließlich «Wimoweh» getauft habe, was von dem Zulu-Wort uyiMbube abgeleitet sei und so viel heißt wie «Er ist ein Löwe».

Umgeschrieben und gecovert
Der Song wurde dann wiederum von Seegers Kollegen George David Weiss umgeschrieben, der ihn «The Lion Sleeps Tonight» nannte (Der Löwe schläft heute nacht). Weiss' Song wurde später von verschiedenen Sängern gecovert. Disney hat das Stück in seinem Film «Lion King»/«Der König der Löwen» benutzt und soll damit rund 15 Millionen Dollar eingenommen haben. Lindas Familie habe nur eine einmalige Zahlung von 15.000 Dollar erhalten.

Der Anwalt der Nachkommen Lindas rechnet sich gute Chancen aus: «Unsere rechtliche Position ist sehr stabil. Die Familie hat Anspruch auf die Tantiemen. Außerdem geht es hier um die unrechtmäßige Aneignung südafrikanischer Kultur. Die Leute glauben, das Lied sei amerikanisch.»

Weitere Ansprüche
Lindas Enkel, der 16-Jährige Zathele Madonsela, der mit seiner Familie in Soweto lebt, sagte dem Sender: «Das Leben ist schwierig, wir müssen wirklich kämpfen.»

Linda hatte den «Mbube» damals an eine lokale Firma verkauft. Allerdings fielen die Ansprüche nach britischem Recht 1987 zurück an seine drei Töchter und zehn Enkel. Der Song wurde mittlerweile von rund 140 Bands aufgenommen. Möglicherweise würden auch noch weitere Ansprüche geltend gemacht. (nz)