netzeitung.deMit Fritten zum Erfolg: «Supersize Me»

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Morgan Spurlock (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Morgan Spurlock
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

David und Goliath in Amerika: Dem kleinen unabhängig produzierten Film «Supersize Me» ist es gelungen, einem Großkonzern Probleme zu machen.

Was sich anhört wie ein Langzeit-«Jackass»-Scherz, ist die Kino-Überraschung des Jahres. Die 65.000-Dollar-Produktion «Supersize Me», in der ein gewisser Morgan Spurlock im Selbstversuch demonstriert, was Fastfood dem Körper antut, hat in den USA mittlerweile 6,2 Millionen Dollar eingespielt. Und das, obwohl er dort nur in kleinen Kinos läuft.

In dem Film, der bereits auf dem Sundance-Festival gefeiert wurde, zwingt sich Autor-Produzent-Regisseur-Schauspieler Spurlock zu einer Art Anti-Diät: 30 Tage lang hat sich der 33-Jährige angeblich nur von Fastfood ernährt. Er hat bei McDonald's gefrühstückt, zu Mittag und zu Abend gegessen. Und - wie nicht anders zu erwarten - innerhalb kurzer Zeit nahm er stark zu, sein Cholesterin-Wert schoss in die Höhe, seine Leber machte Schwierigkeiten.

Überraschenderweise ist Dank dieser Tortur nicht nur Spurlocks Körpervolumen gewachsen, sondern auch der Betrag auf seinem Bankkonto. Drei Wochen lang hielt sich «Supersize Me» in den Kino-Top-Ten. Und das, obwohl der Film in den USA die meiste Zeit gerade mal in 200 Kinos gelaufen sei, berichtet CNN.

Nur aus Spaß
Am meisten wundert sich Spurlock selbst, der zuvor für den Sender MTV die Show «I Bet You Will» moderiert hatte. Er habe bereits einen Vertrag über ein Buch abgeschlossen, und eine Reality-Serie namens «30 Tage» sei auch in Arbeit.

McDonald's soll inzwischen schon Stellung bezogen haben. Angeblich hat der milliardenschwere Konzern Sprecher beauftragt, den Film zu diskreditieren. Dabei habe er gar keinen investigativen Enthüllungsfilm geplant, so der Regisseur, er habe Spaß machen wollen. «Doch als ich davon erfuhr, dass die Fastfood-Industrie speziell Kinder zu ihrer Zielgruppe gemacht hat und dass schlecht über die Inhaltsstoffe informiert wird», habe er erkannt, dass der Film eine Aussage hat.

«Es ist interessant zu sehen, wie diese offensichtlich von der Junkfood-Lobby unterstützten Gruppen auf den Film reagieren. Andererseits, wenn ein kleiner Typ wie ich als solch eine Bedrohung angesehen wird, frage ich mich doch, vor was diese Leute so große Angst haben.» (nz)