Cary Grants dunkle Seiten
Grant schloss sich einer Akrobatentruppe an und ging nach New York, wo er es über den Broadway nach Hollywood schaffte. Obwohl er die Leute am Set zum Lachen brachte, war doch immer zu spüren, dass sich hinter der leuchtenden Fassade ein Abgrund verbarg.
Daran erinnert sich auch Leslie Caron, die mit Grant in der «Der große Wolf ruft» («Father Goose») zusammengearbeitet hatte. «Es gab da ein dunkles, schmerzhaftes Geheimnis. Er hatte eine wirklich schwierige Kindheit. Ich glaube, er schuf die Figur Cary Grant, um damit fertig zu werden», sagte sie in einem Interview, das sie während der Filmfestspiele in Cannes gab.
Der Regisseur der Dokumentation glaubt ebenfalls, dass die entscheidende Motivation Grants gewesen sei, nicht zurück in die elenden Bristoler Verhältnisse zu müssen. «Er passte immer sehr gut auf sein Geld auf, und er kontrollierte sehr genau den Grad, in dem er sich der Presse und Öffentlichkeit preisgab», sagte Trachtenberg.
Auch Barbara hat eine Erklärung für die mysteriöse Aura, die Cary Grant umgab: «Wir alle hoffen, der werden zu können, der wir sein wollen. Und vielleicht war er darin einfach viel erfolgreicher als wir.»
In der Dokumentation, der Dame Helen Mirren die Erzählerstimme leiht, kommen auch Cary Grants Filmpartner Eva Marie Saint und Martin Landau zu Wort. Grant, der in mehr als siebzig Filmen mitspielte - darunter «Arsen und Spitzenhäubchen», «Charade» und Alfred Hitchcocks «Der unsichtbare Dritte» - war 1986 im Alter von 82 Jahren gestorben. (nz)

