netzeitung.deDiane Kruger: «Troja»-Heldin aus Hildesheim

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Diane Kruger. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Diane Kruger.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die schöne Helena heißt mit bürgerlichem Namen Diane Heidkrüger und kommt aus Niedersachsen. Der Film «Troja» könnte sie zum Weltstar machen - schmutzige Enthüllungen gibt es jetzt schon.

3000 Frauen hat Wolfgang Petersen für seinen 175-Millionen-Dollar-Film «Troja» gecastet, aber keine fand er geeigneter für die Rolle der Helena als die 27-jährige Kruger (eigentlich: Heidkrüger) - auch wenn er sie für seinen Film sieben Kilo zunehmen ließ.

Mit ihrer Nationalität habe seine Entscheidung für die Deutsche, der er eine Weltkarriere prophezeit, nichts zu tun, so Petersen bei der Pressekonferenz in Berlin: «Ich nahm sie, weil sie so gut war.»

Ein bisschen mag es da verwundern, dass die junge Schauspielerin noch nie in einer deutschen Produktion zu sehen war. «Ich denke, bis vor zwei Wochen wusste man hier nicht, dass ich schauspielere», sagte sie bei der Premiere in Berlin. Ursprünglich wollte sie Tänzerin werden, aber eine Knieverletzung machte diese Karriereplanung zunichte. So begann Kruger zu modeln, absolvierte nebenbei eine Schauspielschule und ergatterte schließlich, nach Rollen in mehreren französischen Filmen, einen Platz an der Seite von Dennis Hopper und Christopher Lambert in dem Actionthriller «The Piano Player».

Ihr Gesicht erschien auf den Titelseiten von Glamourmagazinen wie «Vogue» oder «Elle». Gerade hat sie mit Josh Hartnett die Romanze «Wicker Park» abgedreht und wird zusammen mit Nicolas Cage und Harvey Keitel in «National Treasure» zu sehen sein.

Keine Probleme mit der Schönheit
Kruger macht sich keine Illusionen darüber, welchen Qualitäten sie den Sprung auf die Leinwand zu verdanken hat. «Ich gehöre nicht zu den Frauen, die ihr Aussehen als eine Art Fluch ansehen», sagte sie der Zeitschrift «Bunte». Sie habe kein Problem damit, nur wegen ihrer Schönheit eingesetzt zu werden.

Immerhin gebe ihr das Gelegenheit zu zeigen, «worauf es mir wirklich ankommt: nämlich eine gute Schauspielerin zu sein». Gleichwohl habe die Vorstellung, dass die Produzenten von «Troja» auf der Suche nach einem Gesicht waren, das tausend Schiffe in Bewegung setzen könnte, sie «deprimiert»: «Weil meine Chance so mikroskopisch klein erschien.»

Die neue Nastassja Kinski?
Bei Petersens Entscheidung für die Niedersächsin hat übrigens noch ein besonderer Umstand eine Rolle gespielt. Er sei nämlich, gab er zu, durchaus darauf aus gewesen, noch einmal einen Weltstar zu entdecken - wie ihm das schon 1977 mit Nastassja Kinski gelungen war. Der Tochter von Klaus Kinski hatte er damals eine Rolle in einer vielbeachteten «Tatort»-Folge gegeben. Sie spielte eine Schülerin, die sich in ihren Lehrer, dargestellt von Christian Quadflieg, verliebte. «Reifezeugnis» war auch international ein Erfolg.

Schon als er Diane Kruger zum ersten Mal sah, sei ihm bewusst gewesen, dass sie die Richtige wäre, erinnert sich Petersen, der mit «Das Boot» und Hollywoodfilmen wie «Air Force One» berühmt geworden ist. Zwar hätten die Produzenten es lieber gesehen, wenn er einen etablierten Star wie Cameron Diaz oder Uma Thurman unter Vertrag genommen hätte, aber Petersen setzte seinen Willen durch.

Dafür, dass sein Instinkt ihn nicht getrogen hat, spricht, dass Kruger letztes Jahr in Cannes eine Auszeichnung für die beste Newcomerin erhielt.

Fallstricke des Boulevards
Früh aber bekommt die schöne Diane die Schattenseiten des Ruhms zu spüren. Wie schon im Fall der jungen Deutschtürkin Sibel Kekilli, die in Fatih Akins Berlinale-Siegerfilm «Gegen die Wand» brillierte, bemühen sich die Boulevardzeitungen, die dunklen Stellen in der Vergangenheit des neuen deutschen Hollywoodstars ans Licht zu zerren - Fotos, auf denen sie unbekleidet posiert, finden dabei ebenso Verwendung wie Interviews mit Ex-Lebensgefährten, die ihren krankhaften Ehrgeiz geißeln. (nz)