Französische Kinokette verbannt «Die Passion Christi»
Karmitz, der auch Präsident des französischen Verbandes der Filmverleiher ist, sagte dem «Hollywood Reporter», dass Gibsons Film «Gewalt und Barbarei» zu einem Spektakel mache. «Man sieht zwei Stunden lang, wie ein Mann gefoltert wird, mehr nicht.» «Die Passion Christi» sei revisionistisch in der Art wie Geschichte dargestellt werde, mit den Geräuschen der Schläge und den Schreien. Schließlich sei der Antisemitismus der Darstellung der Juden das dritte Element der faschistischen Ideologie im Film, so der Kinochef. «Aber in Amerika hat die jüdische Lobby einen Fehler gemacht, die Debatte allein auf diesen Punkt zu konzentrieren.»
Nach Angaben der französischen Verleihfirma Quinta, die den Film in Frankreich vertreibt, sei das Interesse bei anderen Kinobetreibern groß, und «Die Passion» werde am 31. März mit 480 Kopien starten.
Trotz seiner scharfen Kritik an dem Film, fände Karmitz es jedoch richtig, dass «Die Passion» in Frankreich gezeigt werde, heißt es weiter. «Denn dahinter kann man eine ganze Internationale des religiösen Fundamentalismus entdecken, ein Märtyrertum, das auf Gewalt, der Verachtung des Körpers und dem Hass auf das Menschliche basiert.» (nz)

