netzeitung.deFranzösische Kinokette verbannt «Die Passion Christi»

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'Die Passion Christi' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe 'Die Passion Christi'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Weil «Die Passion Christi» «faschistische Propaganda» sei, nimmt die französische Kinokette MK2 den umstrittenen Film nicht ins Programm.

«Für mich ist 'Passion' ein faschistischer Propaganda-Film», sagt der Chef der französischen Kino-Kette MK2, Marin Karmitz. Und «ich habe immer gegen Faschismus gekämpft.» Deshalb werde Mel Gibsons umstrittener Film nicht in seinen Kinos laufen.

Zu dem Unternehmen MK2, das auch im Filmverleih tätig ist, gehören in Paris zehn Kinos mit insgesamt 58 Sälen.

Karmitz, der auch Präsident des französischen Verbandes der Filmverleiher ist, sagte dem «Hollywood Reporter», dass Gibsons Film «Gewalt und Barbarei» zu einem Spektakel mache. «Man sieht zwei Stunden lang, wie ein Mann gefoltert wird, mehr nicht.» «Die Passion Christi» sei revisionistisch in der Art wie Geschichte dargestellt werde, mit den Geräuschen der Schläge und den Schreien. Schließlich sei der Antisemitismus der Darstellung der Juden das dritte Element der faschistischen Ideologie im Film, so der Kinochef. «Aber in Amerika hat die jüdische Lobby einen Fehler gemacht, die Debatte allein auf diesen Punkt zu konzentrieren.»

Nach Angaben der französischen Verleihfirma Quinta, die den Film in Frankreich vertreibt, sei das Interesse bei anderen Kinobetreibern groß, und «Die Passion» werde am 31. März mit 480 Kopien starten.

«Internationale des religiösen Fundamentalismus»
Auch in Frankreich hatte der Film nach seinem Start in den USA bereits für große Medienaufmerksamkeit gesorgt. Doch war es bisher nicht zu eindeutigen Verurteilungen gekommen. Vertreter der katholischen Kirche hatten «Die Passion» als «Herausforderung» bezeichnet, so der Bericht.

Trotz seiner scharfen Kritik an dem Film, fände Karmitz es jedoch richtig, dass «Die Passion» in Frankreich gezeigt werde, heißt es weiter. «Denn dahinter kann man eine ganze Internationale des religiösen Fundamentalismus entdecken, ein Märtyrertum, das auf Gewalt, der Verachtung des Körpers und dem Hass auf das Menschliche basiert.» (nz)