27. Feb 2004 11:52
«City of God» tritt in diesem Jahr zum zweiten Mal bei den Oscars an. Und am Rande muss geklärt werden, ob eine Möhre eine Kartoffel ist.
Bereits bei der Nominierung hatte es heftige Diskussionen gegeben, weil die Co-Regisseurin des Films, Katia Lund, nicht mitnominiert worden war, berichtet die «Süddeutsche Zeitung». Lund hatte den Kontakt zu den Jugendlichen hergestellt und bei der Vorbereitung geholfen, während der durch Videoarbeiten bekannt gewordene Meirelles die Inszenierung übernommen hatte. Lund akzeptierte ihr Los, die Academy kenne eben keine Co-Regisseure.Nun hat allerdings ein weiterer Mitarbeiter des Films Protest angemeldet: Ailton Costa Bittencourt, genannt Ailton Potato, einer der Bandenführer, der gerade für zwei Morde dreißig Jahre Gefängnis absitzt. Er habe den Film bereits zwei mal gesehen, so der Bericht, und finde die dargestellten Ereignisse auch wahrheitsgetreu wiedergegeben. Trotzdem fühlt er sich übergangen: Zwei seiner damaligen Mitkämpfer sind im Film als Figuren zu sehen, sein Rivale Li'l Zé und dessen Freund Knockout Ned. Die Produktion hatte den Eltern von Zé und Ned kleine Beträge dafür bezahlt, dass die Namen im Film verwendet werden dürfen. Wer nicht mit Namen auftaucht, ist Ailton Potato.