netzeitung.deHollywood streitet um «Good Bye, Lenin!»

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'Good Bye, Lenin!' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe 'Good Bye, Lenin!'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Weil «Good Bye, Lenin!» keine Oscar-Nominierung bekommen hat, fragen sich US-Kritiker, ob die zuständige Jury nicht in Rente gehen sollte.

Die Nominierungen für den besten ausländischen Film sorgen im Vorfeld der Oscar-Verleihung immer wieder für Aufregung. So auch in diesem Jahr. Und diesmal geht es dabei unter anderem um «Good Bye, Lenin!».

US-Kritiker werfen der 500-köpfigen Jury vor, die drei bedeutendsten ausländischen Filme des Jahres einfach ignoriert zu haben: Dazu zählen der mit dem Golden Globe ausgezeichnete, afghanische Film «Osama» von Siddiq Barmak, Wolfgang Beckers «Good Bye, Lenin!» und «Wozwraschenije» (Die Rückkehr) von dem russischen Regisseur Andrej Zwagintzew.

Die diesjährigen Filme seien von einem Nominierungs-Kommittee im Rentenalter ausgewählt worden, das Normalverbraucher-Filme für Senioren anstelle solcher mit Vorreiterrolle favorisiere, zitiert der Onlinedienst «Abc News» die Vorwürfe.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Jury den mehrfach ausgezeichneten brasilianischen Film «City Of God» von Fernando Meirelles einfach übersehen. Academy-Mitglieder hatten ihren Unmut über diese Fehlentscheidung deutlich gemacht, und «City Of God» in diesem Jahr sowohl für den Regie-Oscar, als auch in den Kategorien adaptiertes Drehbuch, Schnitt und Kamera nominiert.

Das Freiwilligen-Kommittee, das unter Filmen aus 56 Ländern die fünf Nominierten für den besten ausländischen Film auswählt, ist schon häufiger als zu alt und zu verbraucherorientiert beschimpft worden.

Wenig aktueller Bezug
Vier der fünf in diesem Jahr nominierten Filme spielen in den 50er Jahren oder früher. Die Ausnahme ist die franco-kanadische Produktion «Die Invasion der Barbaren», der von einem Womanizer handelt, der im Sterben liegt und seine Familie, Freunde und ehemaligen Geliebten um sich versammelt. Denys Arcands Werk wurde außerdem in der Kategorie bestes Drehbuch nominiert.

Auch vorgeschlagen wurde der im 19. Jahrhundert spielende, japanische Film «Tasogare seibei» (Samurai in der Dämmerung) von Yoji Yamada, in dem ein verwitweter Samurai entscheiden muss, ob er sein Schwert verkauft, um die Beerdigung seiner Mutter bezahlen zu können.

Zwei Filme schließlich beschäftigen sich mit der Zeit des Zweiten Weltkrieges: der tschechische «Zelary» von Ondrej Trojan und der niederländische «Zwillinge» von Ben Sombogaart.

Der schwedische Film «Evil» spielt in den 50er Jahren. Ein Junge wird zuerst von seinem Vater und später von Mitschülern misshandelt. (nz)