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Die Revolution des Filmmarktes

24. Feb 2004 07:29
Courtney Cox in 'November'
Während Filmemachen in Hollywood immer teurer wird, nutzen kleine Produktionen die schnelle Entwicklung der Digital-Technik, um spannendes, billiges Kino zu machen.

Den Mythos des unabhängigen Low-Budget-Films, der es mit Produktionen großer Studios aufnehmen kann, hat «The Blair Witch Project» begründet. Der Zufallshit von Studenten spielte 1999 200 Millionen Dollar ein. Studiobosse beruhigten sich damals damit, dass es sich um einen gut vermarkteten Glücksfall gehandelt habe. Schließlich sahen die verwackelten, groben Bilder auch so billig aus wie sie waren.

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Doch war die Einschätzung falsch. Gerade ist Greg Harrisons Film «November» auf dem Sundance Film Festival für seine Kameraarbeit ausgezeichnet worden und bereitet sich auf den weltweiten Kinostart vor. Das für Hollywood beunruhigende an Harrisons Film ist, dass er gerade mal 150.000 Dollar gekostet hat - anstatt der sonst für Independent Produktionen üblichen ein bis zwei Millionen. Und das liegt vor allem an der Technik.

Harrison hat ausschließlich mit Digitalkameras gedreht. «Ich wollte die Technologie forcieren und dabei nicht den kinematischen Look verlieren», sagte Harrison dem britischen Sender BBC. «Man kann nicht sehen, dass es mit einer Verbraucher-Kamera gefilmt worden ist. Es sieht aus wie ein ganz normaler Kinofilm.»

Wie der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm

Weil so eine Kamera nur 2500 Dollar kostet, waren gleich 25 davon im Einsatz. So konnten vor allem Dialog-Szenen zeitgleich in Weit- oder Nahaufnahmen gedreht werden und mussten nicht wiederholt werden. Damit verkürzten sich auch die Wartezeiten der Schauspieler. «November» war in 15 Tagen abgedreht.

Auf lange Sicht könnte diese günstige Art des Filmemachens Hollywood mit seinen Mulitmillionen-Dollar-Produktionen in Bedrängnis bringen. Dort werden die Vorgaben immer strenger und die Preise steigen weiter. Das eröffnet kleineren Produktionen Chancen und bedeutet für das Kinopublikum mehr und auch ungewöhnliche Filme. Oder wie es ein junger Filmproduzent jüngst auf der Berlinale formulierte: «Das ist gerade wie der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm.»

Allerdings gibt es auch das digitale Filmen in der teuren Variante: Lars von Triers «Dogville» wurde mit Digitalkameras gedreht und hat trotzdem zehn Millionen Dollar gekostet. Aber das könnte auch an der Gage von Nicole Kidman gelegen haben. (nz)

 
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