30.01.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Pixar-Disney-Produktion 'Toy Story'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das Trickfilmstudio Pixar wird ab 2006 nicht mehr mit Walt Disney zusammenarbeiten. Die Gespräche zwischen den Unternehmen wurden am Donnerstag in Los Angeles abgebrochen.
Das erfolgreiche Trickfilm-Studio Pixar hat die Gespräche mit den Disney-Studios über die Verlängerung ihrer Zusammenarbeit abgebrochen. Das teilten die beiden Unternehmen am Donnerstagabend (Ortszeit) in Los Angeles mit. Pixar werde sich 2006, wenn der aktuelle Vertrag ausläuft, einen neuen Verleih suchen. Die Aktien beider Unternehmen fielen innerhalb von Stunden um sechs Prozent.
Pixar und Disney haben zusammen Blockbuster wie «Toy Story» und «Findet Nemo» in die Kinos gebracht. Seit 1995 produzierten sie fünf Kassenerfolge, die insgesamt rund 2,5 Milliarden Dollar eingespielt haben.
«Nachdem wir zehn Monate lang versucht haben, uns mit Disney zu einigen, ziehen wir weiter», sagte Pixar-Chef und Apple-Computer-Gründer Steve Jobs. «Es war eine gute Zusammenarbeit - mit die erfolgreichste in der Geschichte Hollywoods. Es ist schade, dass Disney am zukünftigen Erfolg Pixars nicht teilhaben wird.»
Zu hohe ForderungenDisney teilte mit, man habe Pixars Bedingungen nicht annehmen können, weil sie das Unternehmen Hunderte Millionen Dollar zusätzlich kosten würde. Pixar hatte unter anderem das Copyright für den Katalog gemeinsamer Filme gefordert. Bisher liegen die Rechte für Fortsetzungen bei Disney.
Zwei Filme werden noch als Pixar-Disney-Produktionen in die Kinos kommen: «The Incredibles» soll in den USA im November starten, «Cars» ist für 2005 geplant.
Kritik an EisnerDas Auslaufen des Vertrages verstärkt die Kritik an Disney-Chef Michael Eisner. Neben anderen wirft ihm der frühere Leiter der Animations-Abteilung, Roy Disney, seit längerer Zeit vor, dem Unternehmen mit seiner Geschäftspolitik dauerhaft zu schaden. Roy Disney hatte sich im Dezember als letztes Mitglied der Familie von Firmengründer Walt Disney aus dem Verwaltungsrat des Medienkonzerns zurückgezogen und dabei vehement den Rücktritt Eisners gefordert.
Mehrere große Hollywood-Studios haben bereits ihr Interesse an der Zusammenarbeit mit Pixar bekundet, darunter Warner, Sony, 20th Century Fox und Metro-Golwyn Mayer (MGM). Allerdings haben Analysten und Investoren die Vermutung geäußert, dass es sich bei Pixars Rückzug um Verhandlungstaktik handeln könnte. (nz)