Walt Disney in der Bleistift-Krise
Im Zuge der Sparmaßnahmen der vergangenen Jahre hatte Disney bereits Studios in Tokio und Paris geschlossen. Insgesamt wurden mehr als 700 Angestellte entlassen, darunter auch 50 Animatoren aus Orlando. Außerdem sei das Gehalt der Zeichner um bis zu 50 Prozent gekürzt worden.
Zeichner des Studios sagten der Zeitung, dass Disney seinen Schwerpunkt auf computeranimierte Filme verlagern wolle - weg von traditionellen, handgezeichenten Filmen wie «Cinderella» und «Fantasia». Zwar habe auch das Studio in Orlando bereits einige Szenen am Computer erstellt, doch die Hauptarbeit sei immer noch mit dem Bleistift erledigt worden, heißt es weiter. Für einen Zeichentrickfilm in Spielfilmlänge sind rund eine Million Zeichnungen nötig.
Disneys Trick-Chef David Stainton sagte der Zeitung: «2-D ist nicht tot.» Ob ein Trickfilm erfolgreich sei oder nicht, hänge weniger von der Technologie als von Charakteren und der Geschichte ab, findet auch der US-Filmkritiker Harry Knowles.
Zum Beispiel spielte Sonys «Final Fantasy», der weltweit für seine realistische 3-D-Animation gelobt worden war, gerade mal 25 Millionen Euro ein. Dagegen sei der auch in Orlando gefertigte «Lilo & Stitch» mit rund 114 Millionen Euro ein Kinokassenerfolg gewesen.
Bereits im vergangenen Dezember war es in Disneys Führungsetage wegen der angeschlagenen finanziellen Situation des Unternehmes zum offenen Streit gekommen. Einer der Gründe soll die schlechte Zusammenarbeit Disneys mit der 3-D-Animations-Firma Pixar gewesen sein. (nz)

