Tom Cruise muss sich treu bleiben
05.01.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Tom Cruise
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der US-Schauspieler Tom Cruise feiert gerade mit seinem neuen Film «The Last Samurai» Premiere. Der Ehrenkodex der japanischen Kämpfer enthalte Dinge, an die er glaube, sagt er.
Am Montagabend feiert die Hollywood-Produktion «The Last Samurai» in Berlin Europa-Premiere. In dem Film des Regisseurs Edward Zwick spielt US-Schauspieler Tom Cruise einen traumatisierten Kriegshelden, der vor seinen Alpträumen über das Abschlachten der Indianer in seiner Heimat nach Japan flieht. Für Cruise ist es der erste große Film nach «Minority Report».
Im Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» sprach der Schauspieler über seine Drehbuchauswahl, den Ehrenkodex der Samurai und das Schwerttraining.
Über Filmprojekte entscheide er instinktiv und nicht mit dem Kopf, so Cruise. «Ich lese ein Drehbuch, bin davon fasziniert, will den Film unbedingt auf der Leinwand sehen. Wenn das Material mich derartig packt, weiß ich: Das ist es.» Und dabei müsse man sich treu bleiben, so der Schauspieler.
Auf «The Last Samurai» habe er sich ein Jahr lang vorbereitet. Vor allem die Arbeit mit dem Samurai-Schwert habe viel Zeit in Anspruch genommen, gesteht er. «Es hat Monate gedauert, bis ich damit umgehen konnte, die Schnelligkeit und Genauigkeit erreichte, die im Film zu sehen ist.»
Vorbild KurosawaDas japanische Kino hat Cruise bereits als Kind interessiert. Akira Kurosawas «Sieben Samurai» seien sein Lieblingsfilm, so der Schauspieler. Und das auch, «weil Kurosawa den menschlichen Aspekt nie vergisst, das spezifisch menschliche Detail. Man ist von jedem der Charaktere, die er uns vorführt, total ergriffen. Ich wusste als Kind nichts von «Japan» - das war einerseits völlig fremd. Und doch verstand ich alles irgendwie, trotz der Fremdsprache. Kurosawas Story, seine Charaktere waren gewissermaßen in uns allen zu finden.» Kurosawa habe ein Stück japanische Kultur in ihm Realität werden lassen, erinnert sich Cruise.
Ehre, Mut, MitgefühlWegen «The Last Samurai» habe er sich auch mit Bushido, dem Ehrenkodex der Samurai, beschäftigt, so der Schauspieler. Der gehöre zwar in jene Zeit, «andererseits: Wenn man es in unsere Zeit überträgt... ich glaube, man könnte glücklich damit leben. Das Bushido enthält Dinge, an die ich glaube: Ehre, Mut, Mitgefühl.» Und Ehre heute bedeute, sich seines Wissens bewusst zu sein. (nz)