Fisch im Klo
18.11.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Fisch im Klo
Der Erfolg des Fisch-Kinoabenteuers «Findet Nemo» führt zum Fischschwund in den Riffen des Südsee-Archipels. Einige Zierfische hat er bereits das Leben gekostet.
Der weltweite Erfolg des Trickfilm-Fisches «Nemo» hat die Nachfrage nach bunten Tropenfischen in die Höhe schnellen lassen. Das mache der Unterwasserwelt des Inselstaates Vanuatu zu schaffen, wo der gefragte Clownfisch (oder richtig: Anemonenfisch) zu Hause sei, warnte der örtliche Tourismus-Verband am Dienstag.
Wie Agenturen melden, sei eine «beträchtliche Anzahl von Fischen» vor der Küste Vanuatus gefangen und lukrativ ins Ausland verkauft worden. Die ökologisch sensiblen Riffe stünden vor einer Überfischung.
«Flushing Nemo»Doch das ist nicht das einzige Problem, dass echte Fische mit dem «erfolgreichsten Trickfilm aller Zeiten» haben: Weil sich der Held des Films in einer Szene durch den beherzten Sprung ins Klo in die Freiheit rettet, sei es in den USA bereits vielfach zu Nachahmungstaten und plötzlichem Fischtod gekommen, berichtet der Onlinedienst «Empire Online». Kinder, die ihren Haustieren nur Gutes wollen, hätten sie ins Klo gekippt, doch bedeute das den sicheren Tod der Tiere. «Eltern, die Aquarien besitzen, müssen ihren Kindern erklären, dass ein Fisch es nicht überlebt, im Klo runtergespült zu werden», sagte Paul Holthus, Präsident des amerikanischen Meeres-Aquarium-Verbandes. (nz)