27.08.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Der neue Tarantino-Film wird blutig.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Lange genug hat es gedauert: Jetzt haben die Dreharbeiten zu «Kill Bill» begonnen. Quentin Tarantino, der Regisseur und Autor, hatte auf seine favorisierte Hauptdarstellerin Uma Thurman nicht verzichten wollen.
Quentin Tarantino hat mit den Dreharbeiten zu seinem Film «Kill Bill» begonnen. Das Projekt wurde verschoben, weil Uma Thurman kurz vor dem geplanten Drehbeginn schwanger wurde und der Regisseur sie unbedingt dabei haben wollte.
Die Orte, an denen «Kill Bill» gedreht wird, lesen sich wie die eines James-Bond-Films. Ein bisschen Exotik hier, ein wenig Metropole da Japan, China, Los Angeles, El Paso, Mexico. Harry Knowles, Betreiber der Insider-Filmwebsite «Aintitcoolnews.com», berichtet auf seiner Site über einen Besuch bei Tarantino in China.
Schönheit trotz BlutDie Schauspielerin Daryl Hannah konnte der Filmfan dabei beobachten, wie sie von Tarantino Anweisungen bekam. Sie hatte ein exotisches Gewand übergestreift, das mit Blut befleckt war. «Dennoch kann man trotz des ganzen Blutes und der zerrissenen Kleidung erkennen, was für eine außerordentliche Schönheit Daryl Christine Hannah ist», so Knowles.
Laut Angaben der «New York Times» haben chinesische Journalisten einige delikate Filmszenen beobachten können. Mehrere Plastikkörper, aus denen Theaterblut aus dem Hals spritzt und Grossaufnamen von abgeschlagenen Köpfen, Armen und Beinen. «Die Gewalt ist stilvoll», rechtfertigt sich Amanda Lundberg, die für die Öffentlichkeitsarbeit zum Film zuständig ist. «Es ist ein bisschen wie im Cartoon. Der Film wird mythisch, nicht realistisch.»
«Tour-de-Force»Laut Knowles' Website wird «Kill Bill» eine unglaublich lange Filmeinstellung beinhalten: eine Dreieinhalb-Minuten-Szene, die mit Handkameras gefilmt wird - ohne Schnitt. Uma Thurman dringt darin in ein feindliches Haus ein, schleicht dort herum, springt von Wand zu Wand und tötet etliche Gegner. Knowles bezeichnet dieses aufwändige Filmvorhaben als «Tour-de-Force».
«Das wird für Kung-Fu-Filme ähnliche Auswirkungen haben, wie Paul Thomas Anderson Disco beeinflusst hatte.» Anderson hatte das Drehbuch für den Disco-Film «Boogie Nights» geschrieben und Regie geführt. Die aufwändige «Kill Bill»-Filmszene soll an einem Tag gedreht worden sein, drei Tage wurde dafür geprobt. Das zumindest hat Knowles am Filmset aufgeschnappt.
Das Projekt ist der vierte Film, für den Quentin Tarantino das Drehbuch geschrieben hatte und Regie führt. Nach «Reservoir Dogs», «Pulp Fiction» und «Jackie Brown» 1997 hatte der Regisseur eine längere Drehpause gemacht.