Im April wurde die Serie rund um den wohl patriotischsten Amerikaner beim Marvel-Verlag neu gestartet. Vier Ausgaben sind bereits erschienen. In dieser Neuauflage wird Captain America nun dafür benutzt, den Patriotismus in Amerika zu fördern.Anscheinend trägt das Bemühen Früchte: «Großartige Zeichnungen», lobt da das amerikanische Internetmagazin Conacopia, «und die Zeichnungen sind wirklich großartig. Man kann die Schmerzen in Captain Americas Augen sehen. Ihn so in seiner Uniform zu beobachten, hat denselben Effekt auf den gewöhnlichen Menschen. Und auch die Geschichte ist phantastisch, diese Worte können nur von einem Menschen kommen – von Captain America.» Und dann zitiert die Kritik eine Textpassage des Comic-Heftes: «Wir müssen stärker sein als wir je gewesen sind – als ein Volk, als eine Nation. Wir müssen Amerika sein.» Und genau das seien die Amerikaner – so jedenfalls der Autor der Kritik.
Eines der ersten Comics, das sich auf patriotische Art und Weise zum Terroranschlag äußerte, war «Heroes» vom Marvel-Verlag. Das 64-seitige Heft erzählte jedoch keine Geschichte, sondern bot den Zeichnern auf Einzelseiten die Möglichkeit, jeweils ein Szenario zu entwerfen.
Die Süddeutsche Zeitung äußerte sich folgendermaßen zum Machwerk: «Die 'Heroes'-Bilder - von Zeichnern wie Stan Lee, John Romita Sr. und Todd McFarlane - erinnern in ihrem Pathos an sowjetischen Arbeiter- und Bauernkitsch.» Das deutschsprachige Comicmagazin «Edition Panel» fand, dass das Heft «mit Patrioten-Ästhetik und pathostriefenden Worten» enttäuschte. Es dokumentiere dabei «auf eindrucksvolle Weise die ganze Palette der amerikanischen Ikonisierung des Banalen.»