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Lupe Ernie und Bert klagen: Wir sind nicht schwul

Jetzt machen Ernie und Bert Ernst. Was Tom Cruise Recht ist, kann den beiden «Sesamstraßen»-Stars nur billig sein. Die beiden wollen klagen - gegen Gerüchte, sie seien schwul.

Sie wohnen zusammen, singen und backen gemeinsam Kuchen und einer von ihnen hat eine obsessive Beziehung zu seiner Gummi-Bade-Ente. Kein Wunder, dass es schon lange das Gerücht gab, Ernie und Bert aus der Kinder-Serie «Sesamstraße» seien eigentlich ein schwules Paar.

Auf der mittlerweile geschlossenen Website «Bertisevil.com» wurde bisweilen sogar behauptet, Bert sei in diverse Attentate verwickelt gewesen, sogar eine Komplizenschaft mit Osama bin Laden wurde ihm unterstellt. Die «Sesamstraßen»-Erfinder vom Children's Television Workshop ertrugen die mehr oder weniger gelungenen Scherze über Ernie und Bert bislang mit Geduld.

Ursprung des Gerüchts 1993
Doch jetzt droht dem Regisseur Peter Spears eine Klage der Muppets-Firma. Sein Film «Ernest and Bertram» diffamiere die Puppen. Der Film, der mit Erfolg im Kurzfilmwettbewerb des Sundance Film Festivals lief, endet damit, dass sich Ernie aus Verzweiflung in den Kopf schießt.

Nun ist die Zukunft des Films gefährdet. Children's Television Workshop wollte bislang nur bestätigen, dass eine Klage gegen Spears erwogen werde. Schon vor Spears' Film gab es immer wieder Proteste gegen das Zusammenleben von Ernie und Bert. Die US-TV-Zeitschrift «TV Guide» erhielt 1993 Hunderte von Leserbriefen, die sich über die Männer-WG der Puppen aufregten.

Ursprung der Gerüchte über Ernie und Berts sexuelle Orientierung ist ein Bericht des Scherz-Magazins «Spy». Dessen Gründer Kurt Anderson hatte einst geschrieben: «Ernie und Bert benehmen sich genauso wie Millionen von schwulen Männern und Frauen, die gute Jobs haben und sich nach außen aber nie als schwul zu erkennen geben.»

Nach diesem Bericht hatte der Children's Television Workshop bereits 1993 eine Erklärung abgegeben, dass es sich bei Ernie und Bert nicht um eine homosexuelles Paar handele. «Es gibt auch keine Pläne, sie in Zukunft als solches zu zeigen.» Vielmehr handele es sich bei den Puppen um den Beweis für Kinder, dass «man trotz Unterschieden zusammenleben kann.»


Für das Web ediert von Jens Teschke