23.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Harry Potter
Foto: EA
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wer den neuen Harry-Potter-Film anschaut, muss damit rechnen, beobachtet zu werden. Grund: Warner Bros. hat Angst, dass der Film heimlich mit dem Handy aufgenommen wird. Datenschützer finden das gar nicht komisch.
Kinobesucher in Magdeburg sind einem Zeitungsbericht zufolge mit Nachtsichtgeräten observiert worden. Wie die «Magdeburger Volksstimme» berichtet, waren Vorstellungen des neuen «Harry Potter»-Films betroffen.
Eine Kinobesucherin, die sich den Film «Harry Potter und der Halbblutprinz» ansah, sei ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma aufgefallen, der «den Besucherraum mit Hilfe kameraähnlicher Geräte» beobachtete, berichtet die Zeitung. Als sie sich beim Kinobetreiber beschwerte, erfuhr sie, dass die Männer im Auftrag der Warner Bros. tätig seien.
Die Kinobetreiberin erklärte der Zeitung, dass die Sicherheitsleute von Mittwoch bis Sonntag jede Potter-Vorführung kontrolliert hätten. Der Kinobetreiber hätte darauf keinen Einfluss. Ließe er die Überwachung nicht zu, bekäme er keine Filme mehr.
Landesverwaltungsamt ermittelt Ein Unternehmenssprecher der Verleihfirma erklärte dem Blatt, man wolle so das heimliche Aufzeichnen während der Vorstellung verhindern. Zur Überwachung würden daher Sicherheitsleute eingesetzt.
Sachsen-Anhalts Datenschutzbeauftragter Harald von Bose hält die Aktion für rechtlich fragwürdig. «Die Frage ist aber, ob es verhältnismäßig ist, einen Kinosaal voller Menschen unter Beobachtung zu stellen, nur weil dort einer sitzen könnte, der mitfilmt. Die Streubreite der Maßnahme ist sehr groß», sagte er der «Magedeburger Volksstimme».
Das Landesverwaltungsamt ermittle nun, ob Warner mit der Überwachung gegen Gesetze verstoßen hat. (nz/dpa)