08. Okt 2008 17:28
Die «wilde» Jugend, der Vater als großer Rivale und der Irakkrieg: Wenige Wochen vor den Wahlen in den USA hat Oliver Stone seine filmische Biografie über den scheidenden Präsidenten vorgestellt.
«Lasst mich Euch zuerst erzählen, dass dieser Film entgegen öffentlicher Annahmen auf wahren Geschehnissen basiert. Wir haben sehr lange recherchiert, um einige düstere Dinge ans Tageslicht zu fördern», zitiert die «LA Times» den Regisseur. Unterstützung habe er dabei von einer Reige namenhafter Journalisten bekommen. Neben der Beleuchtung der Hintergründe des Irakkriegs lenkt Stone den Fokus des Films auf die von Rivalitäten bestimmte Beziehung zwischen dem amtierenden Präsidenten und dessen Vater Bush Senior. Der Zuschauer erfährt weiterhin einiges über Bushs «wilde, ungeordnete Jugend», seine Ambitionen und Misserfolge sowie seiner Konvertierung zur Glaubensgemeinschaft der «wiedergeborenen Christen».
«Warum ich diesen Film gemacht habe?», fragte Stone, um dies sogleich zu erklären: «Ein Großteil der Antwort liegt hier, im Charakter von George W. Bush.» Auf der Party nach der Filmvorführung gratulierten die Gäste Stone und Brolin zu einem ebenso «überragenden» wie «erschreckenden» Film. «Das Problem mit 'W.' ist, dass die Leute, die diesen Film sehen sollten, ihn sich sowieso nicht anschauen werden», meinte einer der Zuschauer ernüchtert. Josh Brolins Bush-Darstellung wird in Filmkritikerkreisen übrigens bereits als Oscar-verdächtig gehandelt.
Das Timing für Stones Film hätte aus PR-Sicht kaum besser sein können: «W.» startet in den USA am 17. Oktober, drei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen. (nz)
Trailer zu Oliver Stones «W.»: