19.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
In den USA gilt «Valkyrie» schon vor dem Start als großer Flop. Und dann behauptete eine US-Website auch noch kurzzeitig, dass sich Tom Cruise seiner Filmfigur mit einem Trick angenähert habe.
«Schadenfreude» ist ein Wort, dass es auch im englischen Sprachraum gibt. Schadenfreude ist aber auch der Begriff, der die derzeitige Berichterstattung in den US-Medien über Tom Cruises Historiendrama «Valkyrie» wohl am besten trifft. Immer wieder wird von neuen Problemen bei der Verfilmung des Lebens von Claus Schenk Graf von Stauffenberg berichtet - gerade erst, so heißt es, mussten zum wiederholten Mal Szenen nachgedreht werden. Der Starttermin musste ebenfalls mehrfach verschoben werden, und liegt nun inoffiziell im kommenden Februar.
Passend zu immer neuen Rückschlägen für den Hauptdarsteller hat eine US-Website nun eine neue fragwürdige Geschichte rund um die Verfilmung ausgegraben. Demnach, so das Online-Magazin Slate, habe Cruises Filmfirma United Artists ihre PR-Aufnahmen für «Valkyrie» geschönt.
Dazu sei ein Original-Porträt, das Stauffenberg im Profil zeigt, digital so nachbearbeitet worden, dass der Widerstandskämpfer dem ihn verkörpernden Hollywoodstar ähnlicher sehe. Tatsächlich hatten die parallel geschnittenen Profilaufnahmen bei der Veröffentlichung im vergangenen Jahr für Verwunderung gesorgt, da in der Tat eine große Ähnlichkeit zwischen den beiden Männern zu bestehen schien. Laut einem «Slate»-Mitarbeiter sei das Stauffenberg-Porträt minimal, aber merklich nachbearbeitet worden, und zwar unter anderem an Nase, Kinn, Augenbrauen und Lippen.
Ein Vorwurf, der mit den im Netz noch kursierenden Fotos beider Männer nur bedingt nachzuvollziehen ist: Unterschiede sind zwar vorhanden, könnten aber auch «nur» in Auflösung oder Schattierung begründet sein. United Artists hat die Vorwürfe des Magazins dementiert. Slate.com selbst die Geschichte mittlerweile ebenfalls korrigiert: Nun stellt man der Story die Vorrede voran, dass man bei der Fotorecherche peinlicherweise selbst nicht gründlich genug vorgegangen ist. Deshalb, so Slate.com nun, sehe man die Fälschungs-Geschichte mittlerweile als «ungerechtfertigt» an. (nz)