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Das Königreich des Kristallschädels: 

Ab in die Geisterbahn

20. Mai 2008 13:37, ergänzt 14:19
Der Mann mit dem Hut ist wieder da: Indiana Jones
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«Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels» startet am Donnerstag gleichzeitig in Kinos in über 40 Ländern. Ein Spektakel, das bei Jens Teschke einige Kindheits-Erinnerungen weckt.

Ach, war das schön. Damals, 1981, war die Welt noch in Ordnung. Ein Kino hieß noch Kino und nicht Multiplex, der Russe war böse und der Amerikaner relativ gut und überhaupt war das Leben als 13-jähriger voller Träume von tollen Abenteuern. Als damals beim ersten «Indiana Jones»-Film zu Beginn eine riesige Kugel auf den Abenteuer-Archäologen zurollte oder eine Hängebrücke einzustürzen drohte, da bangte ich mit, zuckte zurück, kämpfte mit Indy zusammen. Dazu immer den John-Williams-Titelmarsch summend. Großes Kino!

Atombombe? Kein Problem

Jetzt, 27 Jahre später ist die Welt sonderbar geworden. Die Russen sind zwar noch nicht richtig gut, die Amerikaner müssen erst einmal wieder einen Guten wählen und Kinos heißen heute Cinestar mit Dolby Quadrophon Sound. Das Leben als knapp 40-jähriger und zwei-facher Familienvater ist jeden Tag ein Abenteuer. Da kommt noch einmal Indy auf die Leinwand und man stellt fest: Ja, so muss ein Abenteuerfilm sein.

Ein Indiana-Jones-Film muss Geisterbahn nonstop sein. Und die Welt im Film ist auch wieder in Ordnung. Da gibt es böse Russen, allen voran Cate Blanchett als kalt-kriegerische, stahl-blauäugige KGB-Agentin. Die Amerikaner haben die Atombombe und testen fleißig in der Wüste.

Da wir aber das Jahr 1957 schreiben, sind wir zunächst mal im Kalten Krieg und die Russen dringen in eine getarnte Lagerhalle der US-Armee ein – mit Indy als Geisel, der ihnen einen sonderbaren Fund besorgen soll – einen Kristallschädel.

Held unserer Jugend: Indiana Jones
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Beim Öffnen diverser Kisten beginnt die erste Action und der Archäologe unserer Kindheit gerät mitten in einen Atomtest. Kein Problem, denn so eine Atombombe haut ja nur die Schwächsten um, aber nicht unseren Indy. Versteckt in einem Kühlschrank wird er zwar kräftig durch die Luft geschleudert, aber bis auf eine kleine Schramme ist alles okay. So muss das sein. «Willing suspension of disbelief» nennt der Amerikaner das, und wir folgen nur allzu willig im Wegschalten aller Zweifel an Logik und sonstigen Handlungsstörern.

Spinnweben und Ekel-Insekten

Weiter geht also die Jagd. Jones und die Russen wollen den Kristallschädel von Akator, der überirdische Macht verleiht. Dieser Mission schließt sich Mutt Williams an, ein Jüngling mit Marlon Brando –Allüren. Es folgen Dschungeljagden, Maya-Städte, Gerippe noch und nöcher und, very old school und Kindheitsschreck von einst, Spinnweben und Ekel-Insekten. Als 13-jähriger in den 80ern fand man das zutiefst furchtbar – jetzt hat es seinen Charme.

Die Spinnweben dürfen wabern
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Als dann allerdings Steven Spielberg die Archäologen-Action auch noch mit Außerirdischen-Abenteuer vermischt, da wird es dann, zumindest für die Nicht-13-jährigen unter uns, vielleicht doch ein bisschen too much. Ach was, ist eigentlich auch okay. Da werden die Bösen eben von einem riesigen Ufo weggesaugt, Indy natürlich nicht, schließlich hat auch vorher keine einzige Patrone, geschweige denn Geröll den History-Helden getroffen.

Am Schluss dann Hochzeit mit der schon einst verehrten Marion Ravenwood, wobei wir lieber an die süße Kate Capshaw aus «Tempel des Todes» denken.

185 Millionen-Dollar-Abenteuer

«Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels» ist kein Anspruchskino, oder besser, hat «nur» den Anspruch, Action und Adventure zu geben. Für 185 Millionen Dollar darf man aber ja auch einiges erwarten. Wer als heute 13-jähriger den Film sieht, der wird 2035 leider nicht die Möglichkeit haben «Indy 10» zu sehen und die (Film)Welt wird sich noch rasanter ändern als von 1981 bis heute. Der junge Kinobesucher von heute wird aber wohl auch schmunzeln, wenn er sich dann eine DVD (oder was immer es dann geben mag) dieses Films anschaut und denken: Ach, war das schön. Damals 2008.
 
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