05.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Jackson-Fans in Los Angeles
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nur 17.500 dürfen rein, aber mehr als anderthalb Millionen Menschen würden gerne kommen: Die Teilnahme am Begräbnis von Michael Jackson droht zum Spektakel zu werden. Die Stadt Los Angeles ist besorgt.
Die Frist ist abgelaufen: Mehr als 1,6 Millionen Jackson-Fans haben sich bis zum Anmeldeschluss am Sonntagmorgen um drei Uhr MESZ um Karten für die Trauerfeier am Dienstag in Los Angeles beworben.
Nach Angaben eines Sprechers der Jackson-Familie sollen die Gewinner der Online-Lotterie im Laufe des Sonntags (Ortszeit Los Angeles) informiert werden. Dabei gibt es für die Feier im Staples Center in Los Angeles nur 11.000 Karten und weitere 6500 Karten für das angrenzende Nokia Theater. Aus den eingegangenen Bewerbungen sollen nach dem Zufallsprinzip 8.750 Namen gezogen werden. Jeder von ihnen erhält dann zwei Eintrittskarten. Die entsprechenden Informationen werden per E-Mail verschickt.
Vor der Verlosung wollen die Verantwortlichen des Stadionbetreibers AEG alle doppelten Eingänge und auch solche aussortieren, die vermutlich von einem automatischen System, einem sogenannten Bietroboter verschickt wurden, erklärte ein Sprecher der Jackson-Familie, Ken Sunshine.
Die Gewinner der Ziehung bekommen einen Code und genaue Anweisungen, wie und wo sie am Montag ihre Karten abholen können. Dort bekommen sie dann die zwei Karten und sofort zwei Armbänder angelegt, die nur zusammen zum Eintritt berechtigen. Damit solle ein Schwarzmarkthandel mit den Karten verhindert werden, erklärte Sunshine. Die Stadt Los Angeles richtet sich auf einen Massenansturm ein.
Trauerfeier am DienstagÜber die Trauerfeier ist vorab nur wenig bekannt. Sie findet am Dienstag um 19 Uhr MESZ im Staples Center von Los Angeles statt, in dem Jackson noch zwei Tage vor seinem Tod auf der Bühne stand und bei Proben gefilmt wurde. Das Programm für die Zeremonie, die weltweit im Fernsehen übertragen werden soll, wurde noch nicht verraten. Der Sender CNN brachte am Samstag in Erfahrung, dass die Sängerin Jennifer Hudson auftreten werde.
Die Polizei wollte das Viertel rund um das Konzert- und Sportstadion großräumig absperren. Nur wer ein gültiges Ticket vorweisen kann, soll Zugang erhalten. Die Stadt hatte schon zuvor Schaulustige dazu aufgerufen, die Zeremonie zu Hause am Bildschirm zu verfolgen.
Einen Trauerzug, der Zehntausende Menschen auf die Straßen locken könnte, soll es nach Angaben der Veranstalter nicht geben. Ob Jackson möglicherweise vor der Abschiedsfeier im kleinen Kreis von Freunden und Familie beigesetzt wird, stand am Sonntag noch nicht fest.
Ermittlungen gegen fünf ÄrtzeBei den Ermittlungen der Todesursache hat die Polizei jetzt mindestens fünf Ärzte ins Visier genommen, die den Sänger mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versorgt haben sollen, berichtete die «Los Angeles Times» am Sonntag. Jackson war am 25. Juni im Alter von 50 Jahren überraschend an einem Herzstillstand gestorben.
In seinem Haus wurden zahlreiche Medikamente gefunden, darunter nach Angaben der Online-Seite tmz.com das starke Narkotikum Propofol, das auch unter dem Namen Diprivan im Handel ist. Spekuliert wird, dass möglicherweise ein überdosiertes Medikament das Herzversagen ausgelöst hat. (dpa/AP)