Wochenlang Trauerfeiern für den «King of Pop»?:
L.A. fürchtet Chaos bei Jackson-Gedenken
03.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
L.A. fürchtet Chaos bei Jackson-Gedenken
Die Pläne für Michael Jacksons Beisetzung und zukünftige Vermarktung werden konkreter. Offenbar soll aus den letzten Proben nun ein Album werden, dazu plant der Tourveranstalter «Mini-Filme» - allein die Aufnahme von «Thriller» sei «3D-Wahnsinn pur».
Die öffentliche Trauerfeier für Michael Jackson am kommenden Dienstag in Los Angeles wirft offenbar einige Probleme auf. Zuvor will die Familie im engsten Kreis Abschied vom «King of Pop» nehmen, wie Jacksons älterer Bruder Jermaine in der CNN-Talkshow «Larry King Live» ankündigte. Die Familie wolle danach noch mehrere Trauerfeiern in den USA stattfinden lassen. Die Stadt Los Angeles ist über die Wahl des 20.000 Personen fassenden Staples Centers - dort absolvierte Jackson auch die letzten Proben für seine geplante «This is it»-Konzertreihe - nicht erfreut. «Wenn man sich vorstellen kann, dass 100.000 Menschen zu dieser Veranstaltung kommen und man nur Kapazität für 20.000 hat, hat man ein Problem mit der Kontrolle der Menge», sagte Stadtrat Dennis Zine.
Kostelose Karten - aber für wen?Die Bekanntgabe vor dem Wochenende des US-Nationalfeiertags am 4. Juli sei zudem «der schlechteste Zeitpunkt, um etwas zu organisieren». Angesichts der Ebbe in der Stadtkasse sei er des weiteren wegen der anfallenden Überstunden von Polizisten besorgt. Dass die Trauerfeier nicht perfekt organisiert ist, zeigen auch Äußerungen von Jacksons letztem Tourveranstalter, Randy Phillips von AEG Live hin.
Er erklärte, dass die bei den Fans natürlich heißbegehrten Eintrittskarten nichts kosten sollen. Wie sie verteilt werden sollten, wisse er aber nicht so genau - und offenbar weiß dass derzeit auch sonst niemand. Phillips hatte am Donnerstag bereits einen Videoclip von Jacksons Proben für die Serie von Comeback-Konzerten, die vom 13. Juli an in der Londoner 02-Arena geplant waren, veröffentlicht und damit erneut die Spekulationen über den Gesundheitszustand Jacksons angeregt.
Material für zwei Live-Alben?Die Bilder zeigen Jackson tanzend und singend bei «They Don't Really Care About Us» am 23. Juni, zwei Tage vor seinem Tod. «Wir haben genug Audio, um zwei Live-Alben zu machen, und er hat nie ein Live-Album veröffentlicht», sagte Phillips.
«Das ist wirklich das letzte großartige Werk eines Genies des 21. Jahrhunderts.» Die Produktionskosten der Londoner Shows seien zuletzt auf mehr als 25 Millionen Dollar angestiegen. Gedeckt sind diese Ausgaben offenbar nur teilweise.
Eine Versicherung werde 17,5 Millionen Dollar in dem Fall zahlen, dass Jacksons Tod als Unfall - auch durch eine Medikamentenüberdosis - festgestellt werde. Bei einer natürlichen Todesursache zahle die Versicherung - Lloyds of London - nicht.
Philips sagte, seine Konzertagentur sei bereit, mit der Jackson-Familie bei der Vermarktung der letzten Aufnahmen des Popstars zusammenzuarbeiten. Es gebe «Mini-Movies» von Stücken wie «Thriller» und «Earth Song» in 3D-Technologie. «Das ist es, was so überzeugend ist», erklärte Phillips und behauptete, dass sich allein mit CDs und DVDs von Jacksons letzten Proben ein großer Teil der auf 400 Millionen Dollar geschätzten Schulden des Musikers einspielen lassen. «Allein 'Thriller' sind neun Minuten 3D-Wahnsinn.» Phillips teilte weiterhin mit, dass viele Fans ihre Eintrittskarte für die geplatzten Londoner Shows als Andenken behalten wollten und somit auf die angebotene volle Rückerstattung des Preises verzichten werden. (AP/nz)