007-Premiere am Sony-Center: 

netzeitung.deBond-Gespielin für Joschka Fischer

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Daniel Craig hat seinen neuen Bond-Film in Berlin vorgestellt. Auch Joschka Fischer kam zur Deutschlandpremiere - dessen Frau Minu Barati kam gleich in Bond-Girl-Montur, freut sich Andreas Kurtz .

Was hat sich Daniel Craig als neuer Geheimagent James Bond mit der Lizenz zum Töten (laufende Nummer 007 – muss ja bürokratisch alles seine Ordnung haben...) schon alles anhören müssen! Er war mal zu weich (vor dem Start seines ersten Films) und dann zu hart (danach). Zur gestrigen Deutschlandpremiere seines zweiten Bond-Krachers mit dem ausgesucht bescheuerten Titel «Ein Quantum Trost» kam Craig als Bond mit dem besten Kinostart nach Berlin. Er schaffte in Großbritannien gerade den erfolgreichsten Filmstart aller Zeiten und schubste damit Harry Potter vom Thron.

Sein Berliner Publikum musste er sowieso nicht mehr überzeugen. Wen man auch auf Craig ansprach – es war ein Fan. Modedesigner Michael Michalsky findet den neuen 007 besser als dessen Vorgänger Pierce Brosnan: «Daniel Craig hat Bond ins 21. Jahrhundert gehievt.» Minu Barati-Fischer kam zur Feier des Abends mal nicht als Joschka Fischers Frau, sondern an der Seite ihres Ex-Außenministers als Bond-Girl – deutlich erkennbar an der silbrig glänzenden Kunststoffknarre, die sie am Gürtel trug. Die hatte sie problemlos durch die Sicherheitskontrolle bekommen, an der die Kontrollettis auf Mobiltelefone dressiert waren.

Schauspieler Sven Martinek, seit «Der Clown» anerkannte Action-Fachkraft, gerät über Craig und dessen «verletzliche Härte» ins Schwärmen: «Den fand ich als Bond sofort super. Er macht die Filmreihe konsequenter, härter und damit heutiger.» Auch Kollege Christoph M. Ohrt findet, dass Craig «der Bond für dieses Jahrhundert» ist. Und «ein reeller Typ. Das hat man schon in seinen früheren Filmen gesehen.»

Schauspielerin Christiane Paul («Neues vom Wixxer»), die ihre Begeisterung immer fein dosiert, findet Craig «sehr speziell» und besuchte seine zweite Bond-Premiere, um sich weiter an ihn zu gewöhnen. «Auf jeden Fall ist Craig ein guter Typ.» Und sie freute sich, von den Gastgebern in Kino 8 platziert worden zu sein, wo auf ausdrücklichen Wunsch von Regisseur Marc Forster die Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt wurde: «Ich habe es gern mit Untertiteln.»
Craig ohne Armschlinge zur Deutschlandpremiere
Im Gegensatz zu den Premieren in London und Paris war Craig zur Deutschlandpremiere ohne Armschlinge gekommen, in der er dieser Tage zur Schonung seiner frisch operierten rechten Schulter den Arm ruhig stellt. Am Sonntag war er zwar noch mit der Armschlinge in Berlin gelandet. Bei der Deutschlandpremiere schien er dann aber keinen Wert auf weitere Versehrtenfotos zu legen.

Der ganze Bondfilm-Tross, zu dem neben Hauptdarsteller Daniel Craig und Regisseur Marc Forster auch Bond-Girl Olga Kurylenko und vor allem die alles kontrollierende Produzentin Barbara Broccoli gehören, war kurz nach dem Start des Films im Cinestar schon wieder mit einer Limousinenkarawane auf dem Weg nach Tegel. Der Zeitplan musste unbedingt eingehalten werden, denn die nächste Premiere ist in Luzern geplant und in der Schweiz müssen Flugzeuge vor 23 Uhr gelandet sein.

In den deutschen Kinos startet «Ein Quantum Trost» bereits am Donnerstag und damit eine Woche vor den USA, wo der neue Bond erst am 14. November herauskommt.

Mit freundlicher Genehmigung aus der «Berliner Zeitung».