Niels Ruf im Gespräch: 

netzeitung.de«Ich bin voller Liebe. Wollen Sie ein bisschen?»

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Etwas zugelegt? 'Steht mir aber gut', sagt Ruf. (Foto: SAT.1<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Etwas zugelegt? 'Steht mir aber gut', sagt Ruf.
Foto: SAT.1
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach Viva-Rauswurf und Rückzug aus dem Rampenlicht ist enfant terrible Niels Ruf nun mit seiner eigenen Late-Night-Show zurück im Free-TV. Hat er Angst vor neuen Skandalen, fragt Julia Wilczok . Doch der Moderator ziert sich.

Interviews per E-Mail sind eine heikle Sache, aber manchmal geht es eben nicht anders. Unbequeme Fragen werden da bereits im Vorfeld gerne mal übergangen, selbst wenn es sich bei dem Interviewten um jemand so Schlagfertigen wie Niels Ruf handelt. Genau, der Ex-Viva-Moderator («Kamikaze») und Ex-Freund von Anke Engelke, der mal eine Weile wegen seiner politisch inkorrekten Scherze jenseits der Schmerzgrenze als Persona non grata der deutschen Medienszene gehandelt wurde.

Nach dem Rauswurf bei Viva war es längere Zeit still um ihn, und auch die RTL-Anwaltsserie «Herzog» brachte nicht den gewünschten Erfolg - nach nur drei Episoden wurde sie abgesetzt. Nun ist Ruf mit einer eigenen Show zurück und talkt in der Königsdisziplin Late-Night mit Promi-Gästen wie Model Eva Padberg. Das können nicht mehr nur Abonnenten sehen, die Show läuft seit vergangener Woche im regulären SAT.1-Programm. «Scharfzüngig und charmant» sei «Die Niels Ruf Show», so verspricht es der Sender.

In der Blogosphäre spaltet der heute 34-Jährige mit seiner neuer Sendung die Hobby-Experten. Da wird er mal als furchtloser Provokateur gelobt, der sich nicht um die Quote schert, mal unken die Blogger vom «Ruf» nach seiner Absetzung.

Aber zurück zu den unbequemen Fragen. Wir wissen nun leider nicht, ob Herr Ruf seine «Kamikätzchen» (leicht bekleidete Models, die ihm zu «Kamikaze»-Zeiten zu Füßen lagen) vermisst und auch zu Themen, wie dem Untergang der deutschen Medienlandschaft oder seinen persönlichen Tabus wollte er sich nicht äußern. Ein kleines bisschen hat er aber trotzdem verraten.

Netzeitung.de: Herr Ruf, wenn man Sie interviewen will, heißt es erstmal, «nur im Beisein seiner Agentin». Wovor haben Sie Angst?

Niels Ruf: Ist das so? Ich habe nämlich gar keine Agentin. Aber vielleicht will jemand vom Sender dabei sein, um mich vor plumpen Flirt-Attacken von sogenannten Redakteurinnen zu schützen. Müsste ich jetzt aber nachfragen.

Netzeitung.de: Mit «Kamikaze» war vor sieben Jahren Schluss. Sind Sie in der Zwischenzeit zahmer geworden?

Ruf: Nein, aber ein bisschen dicker. Steht mir aber gut.

Netzeitung.de: Das Gemeinste, das Sie jemals über sich selbst gelesen haben?

Ruf: Der gibt sogar der Netzeitung Interviews. Stimmt natürlich nicht.

Netzeitung.de: Alice Schwarzer dürfte die reinste Freude an Ihnen haben. Apropos, Sind Sie PorNo oder PorYes?

Ruf: Ganz sicher macht die Porno-Industrie nicht alle Menschen, die in ihr arbeiten glücklich. Gerade bei deutschen Porno-Darstellern ist die Nähe zur Elendsprostitution doch gefühlt näher als die zum Glam. Pornographie ist aber nun einmal ein Fakt - unverbietbar. Warum soll ich also meine Zeit mit dieser Frage verschwenden? Hilft das meiner Quote? Nein? Dann isses mir egal.

Netzeitung.de: Jetzt mal Hosen runter: Wenn Niels Ruf die Fiesling-Maske ablegt, ist er doch bestimmt ein ganz Lieber.

Ruf: Es ist richtig, ich trage eine Maske. Aber sie wollen nicht sehen, wie's da drunter aussieht. Aber sie haben recht: Ich bin voller Liebe. Wollen Sie ein bisschen?

Netzeitung.de: Wo wir gerade bei Masken sind: Werden wir Sie nach dem Aus Ihrer Anwaltsserie «Herzog» noch mal als Schauspieler sehen?

Ruf: Es ist grundsätzlich nicht vollkommen auszuschließen, das ich demnächst am Wiener Burgtheater in einigen, vermutlich modern und blutig inszenierten, Klassikern glänze.

Netzeitung.de: «Kamikaze» haben Sie damals mal als «Fuck-You-Show» bezeichnet. Wie würden Sie «Die Niels Ruf Show» in wenigen Worten zusammenfassen?

Ruf: Das ist eine prima Late-Show aus der Hauptstadt mit einem supercharmanten Host, ein sogenanntes «Must-See»!

Netzeitung.de: Was dürfen die Zuschauer erwarten?

Ruf: Eine Late-Night-Show mit praktischer Service-Ecke für
Spitzenverdiener und solche, die es werden wollen.

Netzeitung.de: Juckt es Sie nicht von Zeit zu Zeit, noch mal was ganz Verrücktes zu machen?

Ruf: Sie meinen, eine Zigarette auf Lunge zu rauchen, Sex ohne Kondom in einem Darkroom in Bangkok, einfach mal Diesel in den Porschetank kippen, einem dicken alten Mann «Ich liebe jedes einzelne Gramm an dir, Süßer» ins Ohr sabbern? Jein.

Netzeitung.de: Was ist heute besser als damals?

Ruf: Damals war ja Krieg und wir hatten nichts zu essen. Der Russe konnte jeden Moment zur Tür 'reinkommen. Das ist jetzt schon besser - Coke Zero schmeckt toll und macht nicht dick, beispielsweise. Oder Stichwort Handy undsoweiterundsofort. Gab's ja damals alles nicht.

Netzeitung.de: Sollten Sie jemals Ihre Biografie schreiben, wie könnte deren Titel lauten?

Ruf: «Was Frauen mir angetan haben».

«Die Niels Ruf Show» läuft immer freitags um 23:15 Uhr auf SAT.1.