netzeitung.deCameron Diaz: «Hätte ich drei Brustwarzen...»

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Cameron Diaz (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Cameron Diaz
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Sie sei «nicht besonders witzig», hat Cameron Diaz gesagt, als sie ihren neuen Film «Liebe braucht keine Ferien» in Hamburg vorstellte. Die Netzeitung sprach mit ihr über Haare, falsche Kerle und Lernschwierigkeiten.

Sexy und tollpatschig gleichzeitig sein, das kann in Hollywood niemand so gut wie Cameron Diaz. Kein Wunder, dass die 34-jährige Tochter eines Kubaners mit Filmen wie «Verrückt nach Mary», «Drei Engel für Charlie» oder «In den Schuhen meiner Schwester» zu einer der erfolgreichsten und bestbezahlten Schauspielerinnen der Welt wurde.

Anlässlich ihres neuen Films, der romantischen Komödie «Liebe braucht keine Ferien» mit Jude Law und Kate Winslet, traf die Netzeitung die Freundin von Justin Timberlake in Hamburg zum Interview. Dass sie sich kürzlich – aus medizinischen Gründen – die Nase hat operieren lassen, fiel dabei gar nicht auf. Ihre neue Haarfarbe dagegen schon.

Netzeitung: Sie sind gar nicht mehr blond...

Cameron Diaz: Tja, manche Leute werden über Nacht grau, und ich eben braunhaarig [lacht]. Aber ernsthaft: Ich habe das nur für mich gemacht, ohne wirklichen Anlass. Manchmal brauchen Frauen einfach eine Veränderung. Aber ich habe weder meinen Freund gewechselt, noch will ich mich vor Paparazzi schützen. Auf jeden Fall ist es schon lustig, wie viele Gedanken sich die Menschen darüber machen. Dabei habe ich mich schon immer eher als Brünette gefühlt.

Netzeitung: Haben Sie irgendwelche Ähnlichkeiten mit der erfolgreichen, aber liebesmüden Geschäftsfrau Amanda, die Sie in «Liebe braucht keine Ferien» spielen?

Diaz: Ich glaube, dass beide Frauenrollen im Film so gehalten sind, dass sich möglichst viele Zuschauer mit ihnen identifizieren können. Ihre beiden Geschichten hat jeder schon mal an irgendeinem Punkt in seinem Leben so ähnlich erlebt: sich in den falschen Kerl zu verlieren, sich selbst aus den Augen zu verlieren und gering zu schätzen. Das war einer der Gründe, warum mich das Drehbuch so interessiert hat.

Netzeitung: Sie gelten - genau wie Amanda - als Perfektionistin. Hat Ihnen schon mal jemand vorgeworfen, dass Sie zu sehr auf Ihren Beruf fixiert sind?

Diaz: Nein! Früher gab es mal eine Zeit, in der ich einen Film nach dem nächsten gedreht habe, aber das war eigentlich aus Begeisterung und Aufregung über die vielen Möglichkeiten. Da nahm ich einfach jedes Angebot an, das ich bekam. Ich tendiere immer noch ein wenig in diese Richtung, aber ich habe gelernt, dass ich mir auch ein bisschen mehr Zeit für mich selbst nehmen muss. In letzter Zeit habe ich gemerkt, wie sehr ich die Möglichkeit brauche, spontane Entscheidungen zu treffen und dafür viele Freiräume zu haben. Aber wenn man einen Film macht, dann gibt es währenddessen keinen Spielraum. Da hat die Produktion die Kontrolle über dein Leben.

Netzeitung: Würden Sie im wahren Leben gerne einmal Häuser tauschen wie im Film? Und wenn ja mit wem?

Diaz: Vermutlich hätte ich vor ein paar Wochen gesagt: mit George Clooney, damit ich mal in seine Villa am Comer See komme. Aber jetzt war ich schon wieder so lange auf Reisen, an so vielen verschiedenen Orten, dass ich mich eigentlich nur nach meinem eigenen Zuhause sehne. Ich möchte einfach mal wieder in meinem eigenen Bett schlafen.

Netzeitung: Sind Sie selbst Fan von romantischen Komödien?

Diaz: Normalerweise sind das nicht unbedingt die Filme, die ich gucke. Aber das ist ja das Schöne am Kino, dass die Auswahl so groß ist. Man findet für alle Stimmungen etwas, egal ob man mal wieder weinen oder lachen möchte. Eine Komödie wie diese würde ich wenn, dann nicht gucken, nur weil sie gerade läuft, sondern weil Nancy Meyers sie inszeniert hat. Ich suche mir auch als Zuschauerin Filme gerne nach ihren Machern aus.

Netzeitung: Und als Schauspielerin? Spielen Sie lieber in Komödien oder in Dramen?

Diaz: Beides, denn die Herausforderung ist für mich als Schauspielerin bei beidem gleich groß. Selbst wenn ich drei Romanzen hintereinander drehe, sind das drei ganz verschiedene Erfahrungen für mich, mit unterschiedlichen Regisseuren und Kollegen. Das kommt mir sehr gelegen, denn wenn ich etwas nicht mag, dann ist es Monotonie.

Netzeitung: Halten Sie sich für eine spontane Schauspielerin?

Diaz: Das hängt immer vom Regisseur ab. Ich bin nicht besonders gut darin, mir meinen Text zu merken. Das ist viel Arbeit für mich, denn ich habe kein fotografisches Gedächtnis, mit dem ich mir Wort für Wort merken könnte. Da kann es also schon mal sein, dass ich spontan etwas anderes sage als geplant. Aber gerade bei Komödien brauche ich einen guten Regisseur und ein tolles Drehbuch. Ich bin nämlich nicht besonders witzig. Ich spiele zwar in komischen Filmen mit, aber ich bin keine Komikerin. Deswegen bereite ich auch in «Liebe braucht keine Ferien» die Gags zwar vor, aber Jude Law hat schließlich die Pointe. Im wahren Leben bin ich auf jeden Fall viel witziger – hoffe ich zumindest!

Netzeitung: Gefällt es Ihnen eigentlich, nicht nur Schauspielerin, sondern auch Star zu sein?

Diaz: Es ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Lebensstil [lacht]. Dabei weiß ich gar nicht genau, was einen Star ausmacht, denn natürlich gibt es kein Handbuch zum Starsein. Aber ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Weg gehen kann, denn er macht sehr viel Spaß.

Netzeitung: Trotzdem haben Sie ja auch schlechte Erfahrungen gemacht, etwa mit Paparazzi. Tauschen Sie sich darüber mit anderen Stars aus?

Diaz: Neulich sprach ich mit Kate Winslet darüber, dass es auf der Welt nur ein kleines Grüppchen von Leuten gibt, mit denen wir diesen Aspekt unseres Lebens teilen und die das verstehen können. Denn wenn man solche Situationen nicht erlebt hat, kann man sie nicht nachvollziehen. Daher gibt es natürlich eine unausgesprochene Verbindung zwischen Kollegen, die Ähnliches erleben, auch wenn man nicht permanent darüber spricht. Aber es ist gut zu wissen, dass man es könnte, wenn man wollte. Schließlich tröstet es immer sehr zu wissen, dass es anderen Menschen genauso geht wie einem selbst. Hätte ich drei Brustwarzen würde ich auch mit anderen Leuten sprechen wollen, die ebenfalls einen Extra-Nippel haben...

Netzeitung: Wissen Sie schon, wie Sie in diesem Jahr Weihnachten feiern werden?

Diaz: Ja, natürlich, mit meiner Familie in Los Angeles. Wir machen an Weihnachten immer ein traditionelles kubanisches Menü und laden alle Verwandten zu einem großen Fest ein.

Mit Cameron Diaz sprach Patrick Heidmann.