Interview mit DSDS-Star Thomas Godoj:
«Der Dieter mag keine selbständigen Künstler»
Netzeitung: Hallo Herr Godoj, wo stecken Sie denn gerade?
Thomas Godoj: Jetzt gerade zu Hause. Später habe ich wieder eine Probe für meine Tournee, die am 4.12. startet. Ich stelle gerade ein Programm zusammen, rund anderthalb Stunden soll das Konzert lang sein. Wir sind sechs Musiker, und unser Didgeridoo-Tom, der auch auf dem Album zu hören ist.
Godoj: Naja, ich sag mal, das Leben ist nicht anders als vorher auch. Gut, man wird halt auf der Straße erkannt, und das freut mich natürlich. Sonst wär ja alles für die Katz gewesen (lacht), wenn dem nicht so wäre. Nein, ich bin natürlich schon noch überwältigt, was überhaupt alles passiert ist und wie das alles so gekommen ist. Und ich bin natürlich wahnsinnig stolz und auch froh, dass ich die Leute so überzeugen konnte.
Netzeitung: Räumlich hat sich ja nicht soviel verändert, oder? Sie wohnen nach wie vor in Recklinghausen...
Godoj: Genau, hier bin ich und hier bleibe ich auch...
Netzeitung: ...Deutschlands bekanntester Hartz-IV-Empfänger allerdings sind Sie nicht mehr. Haben Sie sich von ihren Honoraren eigentlich schon etwas Besonderes geleistet?
Godoj: Also, ich bin schon ein sparsamer Mensch. Aber einen neuen Wagen musste ich mir unbedingt zulegen. Ich habe mir jetzt einen geleast, weil mein Opel Corsa schon 270.000 Kilometer auf dem Tacho hatte. Ich muss ja immer pendeln, und der hats dann irgendwann nicht mehr mitgemacht. Aber ich habe ihn noch!
Godoj: Die kommt noch. Die hatten erstmal keine Lust, und man kann die dann auch nicht überreden. Ich werde dann halt irgendwann mal heimlich ins Reisebüro gehen und da was auf die Beine stellen...
Netzeitung: Ihr erstes Album «Plan A!» hat sich gut verkauft und mittlerweile schon Platinstatus erreicht. Mir persönlich haben darauf besonders die deutschsprachigen Titel gut gefallen...
Godoj: ...das habe ich schon öfter gehört. (lacht) Das sind übrigens auch die Songs, die ich selbst geschrieben oder mitverfasst habe.
Godoj: Naja, es waren ja nur drei Lieder auf «Plan A!». Und nein, ich will schon irgendwie international bleiben mit meinen Titeln, also auch wieder englischsprachige mit dabei haben. Aber es sollen schon mehr deutsche Songs werden. Ich habe auch überlegt, da ich ja der polnischen Sprache mächtig bin (Thomas Godoj wurde in Polen geboren), dass ich einen Bonustrack auf Polnisch aufs neue Album packe.
Netzeitung: Sind Sie denn mittlerweile schon in Polen aufgetreten?
Godoj: Nee, leider noch nicht. Aber das wollte ich im Januar machen, wenns klappt. Da will ich mich auch im polnischen Fernsehen mal zeigen, bei einer Talkshow. Und im Sommer dann vielleicht auch in Polen auf Tournee gehen. Mal gucken. Hier in Essen, in der Grugahalle haben wir schon mal auf ner deutsch-polnischen Veranstaltung gespielt, da waren zehntausend Leute. Auch viele polnische Bands waren da, da habe ich Kontakte geknüpft.
Godoj: Warum nicht, klar. Wenn ich das schaffe, schaue ich mal rein.
Netzeitung: Haben Sie denn noch Kontakt zu Ihren Mit-Kandidaten von damals? Fady Maalouf etwa?
Godoj: Den Fady treffe ich öfter mal auf Veranstaltungen, bei The Dome etwa. Mit den anderen habe ich wenig Kontakt, weil ich zurzeit zuviel zu tun habe.
Netzeitung: Und, Dieter Bohlen mal wieder gesprochen?
Godoj: (lacht) Nee, leider nicht. Ich war kürzlich in München, da war zufälligerweise auch das offizielle «DSDS»-Casting, was die da abgedreht haben. Der Dieter ist danach aber schnell verschwunden, so wie er das eigentlich immer macht (lacht). Er ist ja immer schnell weg, auch nach den Shows damals. Man konnte ihn eigentlich nie sprechen.
Godoj: Naja, das ist seine Meinung. Ich glaube, der Dieter hat einfach generell was gegen selbständige Künstler. Ich mein, ich hab Platinstatus erreicht, worüber ich sehr froh und dankbar bin. Meine Tournee im Dezember ist auch schon ausverkauft.
Netzeitung: Sprich, so falsch können Sies also nicht gemacht haben...
Godoj: Ehrlich gesagt, ich lese mir solche Sachen überhaupt nicht durch. Sie haben mir das gesagt, und natürlich haben mir das auch einige Bekannte gesteckt. So ist halt die Boulevardpresse, und mit der möchte ich nichts zu tun haben. Das lässt mich kalt.
Netzeitung: Apropos Boulevardpresse dass Sie im Januar erstmals Vater werden, ging auch kräftig durch die bunten Blätter. Legen Sie eigentlich trotz Tournee eine kleine Babypause ein?
Netzeitung: Das ist aber jetzt keine Flucht in die Arbeit so als typischer Männereflex?
Godoj: Wie meinen Sie das denn jetzt?
Netzeitung: Naja, Neugeborene sind anstrengend. Es soll Männer geben, die da lieber im Büro sitzen, als das schreiende Kind rumzutragen...
Godoj: Nee, da gehöre ich aber nicht dazu! Ich freue mich da total drauf. Und ich will soviel Zeit wie möglich mit meinem Kind verbringen. Aber die Arbeit werde ich darüber nicht vergessen. Für den Erfolg muss man sich eben den Arsch aufreißen. Und man muss dranbleiben schließlich kommt nächstes Jahr ja tatsächlich schon wieder ein neuer «Superstar» - oder eine «Superstarin» (lacht).
Das Gespräch führte Kerstin Rottmann

