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Lupe Wie Beate Uhse zum Sex kam

Kraft, Liebe, Schicksalsschläge und viel mehr als nur Erotik: Die außergewöhnliche Biografie der Unternehmerin Beate Uhse wird nun verfilmt.

Beate Uhse schrieb in zweierlei Hinsicht Geschichte: Während der dreißiger und vierziger Jahre als erste und damals einzige Stunt-Pilotin Deutschlands und 1962, als sie in Flensburg mit ihrem «Fachgeschäft für Ehehygiene» den ersten Sex-Shop der Welt eröffnete.

Unter dem Titel «Beate Uhse - Freiheit für die Liebe» lässt RTL das bewegte Leben der 2001 verstorbenen Erotikartikel-Unternehmerin verfilmen. Der Film werde in Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma Zeitsprung entwickelt, bestätigten Sprecher des Kölner Senders.

Dabei geht es natürlich nicht nur um Sex. Uhses Leben sei ein Stück deutsche Geschichte, von den Nachkriegsjahren bis in die siebziger Jahre, «voller Kraft, Liebe und Schicksalsschläge», heißt es laut RTL. Wer Uhses Rolle übernimmt, ist bislang unbekannt. Aufbereitet wird die Biografie von Drehbuchautor Timo Berndt.

Schon früh interessierte sich die junge Beate für alles, was Mädchen damals nicht zu interessieren hatte: Speerwerfen, Fliegen, Sexualität und Freikörperkultur. Bereits zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges kämpfte die 1919 Geborene für sexuelle Aufklärung, in dem sie die «Schrift X» vertrieb.

Die Broschüre zum Preis von 50 Pfennig, klärte über die Verhütungsmethode nach Knaus-Ogino (Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage) auf und machte die spätere Wahlschweizerin so zur Wegbereiterin in Sachen Familienplanung. Zuvor blieb unwissenden Männern und Frauen bei ungewollter Schwangerschaft nur der Gang zu so genannten Engelmacherinnen.

Der Ärger war vorprogrammiert
1952 gründet sie schließlich das «Versandhaus Beate Uhse», wo sie unter anderem Bücher für die «Ehehygiene» verkaufte. «Den Leuten waren die Fakten des Lebens unbekannt», schreibt sie in ihrer Autobiographie.

Ärger mit dem Gesetz war in der prüden Nachkriegszeit natürlich vorprogrammiert und selbst der lokale Tennisclub wollte sie aufgrund «allgemeiner Bedenken» nicht als Mitglied aufnehmen. Trotz aller Erschwernisse ließ die Unternehmerin sich jedoch nicht beirren, mit Erfolg: Die Beate Uhse AG ist immer noch deutscher Marktführer im erotischen «Zubehörhandel». (nz)