netzeitung.deZeitungsverleger: Schleichwerbung ist «tabu»

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Szene aus der ARD-Soap "Marienhof" (Foto: Offizielle Website<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Szene aus der ARD-Soap "Marienhof"
Foto: Offizielle Website
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Berichte über Schleichwerbung bei der ARD haben Empörung ausgelöst. Nun erhitzt eine Initiative der EU-Kommission zum Produkt-Placement im TV die Gemüter der Zeitungsverleger aufs Neue.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat Pläne der Europäischen Kommission kritisiert, das so genannte «product placement» im Fernsehen zu erleichtern. Gerade der Skandal um die Schleichwerbung unter anderem in der ARD-Serie «Marienhof» habe gezeigt, dass die saubere Trennung von Werbung und Programm zum Schutz der Zuschauer unverzichtbar sei, teilte der BDZV in Berlin mit.

Ausgerechnet jetzt Erleichterungen für die gezielte und bezahlte Platzierung von Markenprodukten im Fernsehprogramm zu verkünden, sei ein falsches Signal. Die bekannt gewordenen Verstöße im Programm der ARD gegen das geltende Schleichwerbungs-Verbot zeigten, wie die Zuschauer getäuscht wurden und die Aufsichtsgremien versagt hätten, sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff.

Es sei daher fatal, wenn solche Praktiken durch Entscheidungen der EU-Kommission legitimiert würden. Im Sinne des Verbraucher- und Wettbewerbsschutz müssten vielmehr die aufgedeckten Missstände so rasch wie möglich behoben werden.

Nach drei Jahren andauernden Recherchen hatte die Nachrichtenagentur epd Ende Mai berichtet, dass im Fernsehprogramm der ARD jahrelang illegale Schleichwerbung platziert wurde. Unter anderem in der Serie «Marienhof» seien zehn Jahre lang Werbeaussagen und Botschaften für Firmen und Interessenverbände versteckt worden. (nz)