netzeitung.de«Typisch deutsch?»: Neue Chance für Ulla Kock am Brink

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Ulla Kock am Brink (Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Ulla Kock am Brink
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Humorlos, pünktlich und blond: Im Ausland kursieren zahlreiche Klischees dazu, was «typisch deutsch» ist. Nun gibt es die passende Show dazu.

Die Rezeptur hat sich im deutschen Fernsehen bewährt: Man nehme ein Thema wie Pisa, die Bibel, den Führerschein, setze ins Studio, paritätisch aufgeteilt, Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen, Bundesländern oder sozialer Herkünfte und befrage sie alle. Auch die neue ARD-Show «Typisch deutsch?», die an diesem Samstag live um 20.15 Uhr startet, verfährt nach diesem Prinzip. In der Sendung wird nach dem Durchschnittsdeutschen, nach seinen Gewohnheiten und Vorlieben gesucht: Ein Fall für Axel Bulthaupt und Ulla Kock am Brink.

Von beiden Moderatoren war in der vergangenen Zeit nicht mehr besonders viel zu hören. Axel Bulthaupt war bundesweit nach seinem Rückzug aus dem Boulevardmagazin «Brisant» und von der deutschen Vorentscheidung zum European Song Contest nicht mehr in Erscheinung getreten. Auch Kollegin Ulla Kock am Brink musste nach ihrer wechselvollen TV-Vergangenheit eine Ruhepause einlegen: Im Frühjahr stellte der Rundfunk Berlin-Brandenburg ihre Talkshow «Leute am Donnerstag» ein - die Quoten hatten den Sender enttäuscht.

Die mittlerweile 43-Jährige hatte zu Beginn der neunziger Jahre eine steile Karriere im Privatfernsehen absolviert. Mit der «100.000 Mark Show» bei RTL, die sie von 1993 bis 1997 moderierte, transportierte Kock am Brink ein Stück Zeitgeist, den viele Millionen Menschen am Bildschirm verfolgen wollten. Doch dann verließ sie das Glück: Ihre Personality-Show bei ProSieben scheiterte, mit der «Lottoshow» in der ARD gab es konzeptionelle Probleme, die Sendung «Ich setz' auf Dich» wurde nie ausgestrahlt, die Quizshow «Cash» im ZDF lief bestenfalls mäßig.

Keine Versprechungen
Größeres Interesse wurde ihrem Privatleben entgegen gebracht: Im Jahr 2001 sorgte Kock am Brink für Aufsehen, als sich Sabine Christiansens Ehemann Theo Baltz von seiner Frau trennte und mit ihr zusammenzog. Vielfach wurde sie in der Öffentlichkeit als Schuldige ausgemacht. Die Boulevardpresse beschäftigte sich über Wochen mit der Geschichte.

Mit «Typisch deutsch?» wird Kock am Brink vorerst eine Einzel-Sendung moderieren. Ob es eine Fortsetzung gibt, ist ungewiss. «Es gibt keine Versprechungen, dass dies der Auftakt für eine Showserie ist», sagte sie der Zeitschrift «Hörzu».

Austauschstudent aus Indien
Am Samstag erwarten die beiden Moderatoren im Studio sechs stark typisierte Gruppen: Beamte, Lebenskünstler, Stadtmenschen, Landleute, Würdenträger und Zugezogene. Sie alle sollen dann beantworten, ob sie Verwendung für einen Gartenzwerg haben oder auch wie sie reagieren, wenn der Nachbar die Treppe nicht putzt. Am Ende soll dann festgestellt werden, wer «typisch deutsch» ist: der Finanzbeamte aus einer Provinzstadt in Niedersachsen, der Vorsitzende des bayerischen Trachtenvereins oder vielleicht doch der indische Austauschstudent. (dpa)