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Weihnachtliches Finale: 

Michael «Hero» Hirte ist das «Supertalent»

30. Nov 2008 14:55
Michael Hirte ist das 'Supertalent'
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Sternenregen und weihnachtlich milde Stimmung beim Finale der RTL-Castingshow «Das Supertalent». Vor allem das Schicksal eines Kandidaten stand im Vordergrund.

Der 44-jährige Hartz-IV-Empfänger Michael Hirte aus Brandenburg ist «Supertalent 2008». Im Finale der dreiteiligen RTL-Showreihe wurde der Mundharmonikaspieler in der Nacht zum Sonntag von den Fernsehzuschauern per Telefon zum Sieger gewählt. Damit triumphierte letztlich auch Dieter Bohlen: Der Juror setzte sich in der insgesamt fast vierstündigen Sendung mehrfach für Hirte ein.

Kurz vor dem Ende der Abstimmung drohte er sogar: «Wenn Michael es nicht wird, fresse ich diese Jacke auf.» Ansonsten zeigte sich Bohlen anders als in zahlreichen früheren Castingshows erstaunlich milde in seiner Beurteilung der Kandidaten. Weder von ihm noch von seinen Mitjuroren war auch nur ein schlechtes Wort über die insgesamt fünf Männer, zwei Mädchen und drei Jungs zu hören, die es bis ins Finale geschafft hatten.

Vielmehr überboten sich Bohlen, Sylvie van der Vaart und Bruce Darnell geradezu mit Lob: Von «Engel auf Erden» über «Junge Granate», «Wahnsinn» oder «Wunderschön» bis hin zu «Wenn Superstimmen knallen würden, hätten wir heute schon Silvester» fehlte kaum ein mögliches Kompliment. Nach gut zweieinhalb Stunden solchermaßen zur Schau gestellter Harmonie und Bewunderung trat Hirte schließlich als letzter der insgesamt zehn Finalisten auf, und sein Sieg schien schon da wie abgemacht: Seine Darbietung des «Ave Maria» endete mit einem Sternenregen von der Studiodecke.

Talent kein Thema

Die Jury war erstaunlich milde
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Alle drei Juroren erhoben sich zu Standing Ovations, was sie bei keinem anderen Teilnehmer zuvor getan hatten. Und Dieter Bohlen wurde ganz deutlich: «Kein Mensch hat es so verdient zu gewinnen wie du», sagte er. Hirte habe trotz aller Schicksalsschläge nie aufgegeben, er mache Mut. «Bitte ruft alle an für ihn!» Sein Talent wurde nicht thematisiert.

«Von der Fußgängerzone auf die große Bühne» - mit diesen Worten wurde der Mundharmonikaspieler am Abend angekündigt. Das Schicksal des ehemaligen Lkw-Fahrers war auch in den Vorausscheidungen in den Vordergrund gerückt worden. Nach einem Unfall lag der Mann aus dem kleinen Ort Karzow bei Potsdam zunächst im Koma. Er hat ein kaputtes Bein, auf einem Auge ist er blind. Seine Frau hat ihn verlassen. Juror Bruce Darnell befand denn auch, dass Hirte ein «Hero» (Held) sei.

«Stille Nacht»

Und weil zum Monatsende das Geld oft knapp wird, verdient er sich mit Straßenmusik etwas dazu. Nun gewinnt Hirte die Siegesprämie von 100.000 Euro. «Ein Riesentraum geht in Erfüllung. Es ist überwältigend, unfassbar», wird er von RTL zitiert. Wieviele Zuschauer für ihn gestimmt haben, wird nicht gesagt. Mehr als vier Stunden waren die Telefonleitungen für die Abstimmung geschaltet: von kurz nach Beginn der Sendung um 20.15 Uhr bis kurz vor der Bekanntgabe des Ergebnisses um 00.24 Uhr. Wie einige Wochen zuvor von Bohlen angeregt, spielte Hirte dann im Glitterregen ein weihnachtliches «Stille Nacht».

Auf die vorderen Ränge der Zuschauergunst, ohne dass auch für sie die Stimmenzahlen genannt wurden, schaffte es der 40-jährige Dresdner Kelvin Kalvus, der Glaskugeln auf seinem Körper mit solcher Anmut jonglierte, dass er von der Qualität seiner Darbietung her wohl auch den Titel verdient gehabt hätte. Unter den insgesamt fünf Kindern und Jugendlichen, die es ins Finale geschafft hatten, bekamen die 14-jährige Sängerin Vanessa Krasniqi aus Iserlohn, die mit einer großen Stimme beeindruckte, und der Hip-Hip-Tänzer Marcel Pietruch aus Bremerhaven die meisten Stimmen. Pietruch war mit erst zehn Jahren zugleich der jüngste Finalist.

Im Durchschnitt 6,1 Millionen Zuschauer ab drei Jahre sahen dem Sender zufolge die Show, in der Spitze sogar 7,6 Millionen. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen betrug der Marktanteil demnach «hervorragende 30,4 Prozent», wie RTL mitteilte. (Von Angelika Bruder, AP)

 
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