„Do you want some gummi-snakes?“, fragt Bassist Christian Wargo zwischen zwei Stücken. Er greift in eine große Plastikschüssel eines bekannten Süßwaren-Herstellers und schleudert etliche der Gummi-Schlangen ins Publikum. Gute Erfindung, lobt der Schlagzeuger schmatzend, ein Deutscher habe ja auch das Heroin erfunden. Und Aspirin, ergänzt der Sänger. Das ist wenigstens etwas, antwortet der Schlagzeuger, wir haben nur die Rückkehr des Imperialismus erfunden. So habe jeder seines. Das Publikum lacht, und weiß ein wenig mehr darüber wie junge Männer mit Vollbärten über manche Dinge denken.Die Fleet Foxes spielten groß auf mit ihrer Mischung aus Country, Rock, Folk und dem was sie selbst „baroque harmonic pop jams“ nennen. Die Stücke waren lebendiger, erdiger und generell etwas schneller als auf dem Debüt-Album des Quintetts. Manche im durchweg angenehmen Publikum fühlten sich sicher an Simon and Garfunkel, die Beach Boys oder Crosby, Stills, Nash & Young erinnert. Mit ihrer sonderbar altertümlichen Musik brachten die Fleet Foxes einen sehr hübschen, altmodischen Reflex in Huxleys Neue Welt nach Kreuzberg. Lange nach dem fünfstimmigen Abgesang von «Blue Ridge Mountain» fühlte man sich immer noch verfangen im Rausch der Bärte.