16. Jul 2008 14:53
Der Skandal-Musiker Bushido ist erfolgreich gegen illegale Musik-Downloads vor Gericht gezogen. Eine ungeschützte Wlan-Verbindung könnte den Beklagten zum Verhängnis geworden sein.
Das Düsseldorfer Landgericht bestätigte am Mittwoch einstweilige Verfügungen gegen drei Beklagte. Sie wiesen die Vorwürfe zurück. Unter den Beschuldigen ist auch ein Rentner, der vor Gericht erklärte, Bushido gar nicht zu kennen. Außerdem habe er kein Programm, um Musik aus dem Internet herunterzuladen. Ein Ehepaar gab außerdem an, dass zur fraglichen Zeit nachweisbar niemand an ihrem Computer gewesen sei. Einer der Verteidiger merkte vor Gericht an, dass möglicherweise Dritte die unverschlüsselte, drahtlose Internetverbindung seiner Mandanten missbraucht hätten.
Gegen den deutsch-tunesischen Rapper Bushido alias Anis Mohamed Youssef Ferchichi war bereits wegen Nötigung, Beleidigung und Körperverletzung ermittelt worden. Mehrere seiner Lieder stehen wegen jugendgefährdender Inhalte auf dem Index. Feindselige Äußerungen gegen Frauen und Homosexuelle hatten viele Kritiker auf den Plan gerufen. Sein Auftritt bei einem «Konzert gegen Gewalt» in Berlin löste wütende Proteste aus. Mit Sido zählt Bushido zu den erfolgreichsten deutschen Rappern. Nach eigener Aussage ist er mittlerweile auch ein erfolgreicher Immobilien-Unternehmer. Vor vier Jahren hatte er zugunsten von Universal (danach Sony) die Hiphop-Plattenfirma Aggro Berlin verlassen, bei der auch sein Hauptstadt-Kollege Sido unter Vertrag steht. Er ist ab August als Juror in der neuen «Popstars»-Staffel zu sehen. (nz/dpa)
Video: Clip zu Bushidos aktueller Single «Unter der Sonne» (feat. Chakuza)