«Germany's Next Topmodel»: 

netzeitung.de«Küken» Jenny läuft allen davon

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«Germany's Next Topmodel» 

Lupe «Küken» Jenny läuft allen davon

Dieter Bohlen hat recht behalten mit seiner Prognose: Kurze blonde Haare, 1,81 Meter groß, Endlosbeine - so sieht Deutschlands neues «Topmodel» Jenny Hof aus. «Juuhuuuhuu», jubelte da eigentlich nur die Moderatorin.

Im Finale von «Germany's Next Topmodel» war sie die Jüngste und ist zum Schluss auf ihren 1,13 Meter langen Beinen trotzdem den Konkurrentinnen Janina Delia Schmidt und Christina Seibold davongelaufen. Jenny Hof wurde am gestrigen Donnerstagabend in einer zweieinhalbstündigen Live-Show von Heidi Klum zu Deutschlands neuem «Topmodel» gekührt. Sie ist es also, die das Cover der «Cosmopolitan» zieren wird, einen Vertrag mit IMG Models bekommt, das Gesicht der neuen C&A-Kampagne wird und einen VW Scirocco gewinnt. Ob Jenny überhaupt schon einen Führerschein hat, ist nicht bekannt.

«Schön sein allein reicht eben nicht»
Als Live-Acts standen Talente aus der ProSieben-Retorte (Monrose) sowie Klums «Schatz» Seal auf der Bühne. Der lieferte im weißen Anzug einen enttäuschenden Auftritt ab - wackelige Stimme, schlechte Songauswahl, da wäre Playback wahrscheinlich besser gewesen. Einziges Highlight: Juror Rolf Scheider beim ungelenken Ausdruckstanz beobachten zu dürfen (rudernde Arme und zwei-links-zwei-rechts).

Klum erinnerte wie gewöhnlich an einen überdrehten Duracell-Hasen, gestern trieb sie es jedoch auf die Spitze mit ihrer gespielten Euphorie. Ihre von «juuhuuhuus» (Freude) und «muhas» (Luftküsse) unterbrochene Live-Moderation wirkte an vielen Stellen holperig und unausgereift. Seltsam, ist Klum doch sonst ein echter Medienprofi. Auf ihre noch einmal anwesenden Top 19-Mädchen bezogen, rutschte ihr sogar ein bissiges «schön sein allein reicht eben nicht» raus.

Große Haute Couture aus der vorvorvorletzten Saison
Als erste der drei Finalistinnen musste die scheue Christina gehen. Eine Begründung gab es an dieser Stelle nicht mehr. Und siehe da, als Klum noch einmal die Zeit mit den drei Mädchen in einer kurzen Ansprache Revue passieren ließ, zeigte sie auf einmal so etwas wie Menschlichkeit. Das Pokerface wich echter Anteilnahme und in ihrer Stimme war ein deutliches Zittern zu hören.

Immer wieder wurde die Final-Show von kurzen Rückblick-Clips unterbrochen, sozusagen ein best of der schönsten, peinlichsten, erniedrigensten Szenen. «Eine der schönsten Zeiten in meinem Leben», fasste Rolf Scheider denn auch die vergangenen dreieinhalb Monate zusammen. Während des anschließenden «Live-Walks» der besten 19 Kandidatinnen wollte man dann wohl ganz auf Haute Couture machen. Dabei griffen die Stylisten auf Stilelemente einer Viktor & Rolf-Show aus der vorvorvorletzten (?) Saison zurück. Die Mädchen wurden in metallisch glänzenden Roben, Engelshaar-Perücken und mit Geweihen von teils grotesker Größe über den Laufsteg geschickt. Dass einige der Ex-Kandidatinnen immer noch nicht ganz fest in ihren Highheels standen, zeigte einmal mehr, welch große Lücke Bruce Darnell hinterlassen hat.

Nach der zigsten Werbeunterbrechung war schließlich der große Moment gekommen. Heidi hakte Janina und Jenny unter und beschwor die große Leinwand, auf der sich via «Cosmopolitan»-Cover zeigen sollte, wer Deutschlands neue Schönste ist. «Zeig es uns, zeig es uns», kreischte Klum. Jennys Konterfei bildete sich auf der Leinwand ab, zur Belohnung gabs einen Drücker von Klum, dann ging alles recht schnell. «Wo ist die Mama, ja, wo ist die Mama», versuchte Klum Jennys Mutter auf die Bühne zu locken. An deren Stelle wurde Jenny erstmal von den Vorjahressiegerinnen Barbara Meier (GNTM 2007) und Lena Gercke (GNTM 2006) lustlos in die Arme geschlossen. Luftschlangenschauer.

Drei Minuten später ging es weiter zu «TV Total». Würde denn «Rolf-e» in der kommenden Staffel wieder dabei sein? «Da müssen wir die Chefin fragen», antwortete Scheider, worauf Raab gleich einen fiktiven Brief an Klum aufsetzte. Ob sie denn nun auch von Klums Vater Günther beraten werde, wollte Stefan Raab von Jenny wissen. Nein, sie wolle sich von niemandem beraten lassen, antwortete die noch etwas uneloquent. Und nein, einen Freund habe sie nicht, aber sie würde den «Richtigen» schon erkennen, wenn er vor ihr stehen würde. Ach ja Jenny, träum weiter! Aber mit 17 darf man das noch. (nz)

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