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ZDF-Film «Ein Mann, ein Fjord!»: 

Null Bock bei Horst Schlämmer

04. Jun 2008 17:25
Lachte nicht mal: Horst Schlämmer.
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In der Verfilmung von «Ein Mann, ein Fjord!» hat er nur wenige Gastauftritte. Beim Karstadt-Event in Berlin stand Hape Kerkeling dagegen im Mittelpunkt - und zeigte sich extrem lustlos, berichten Bettina Meier und Maike Schultz.

Was für ein skurriles Szenario: Ausgerechnet im Café des Karstadt-Warenhauses in Berlin-Spandau fand am Dienstagabend die Pressekonferenz zum ZDF-Film «Ein Mann, ein Fjord!» statt. Bei Kaffee und Brötchen warteten dort dutzende Fotografen und Kameraleute auf Hape Kerkeling, der sich mit einer Nebenrolle als Horst Schlämmer aus seiner Kreativpause zurückmeldete.

Und das fiel ihm offensichtlich schwer: Mit zotteliger Schlämmer-Haarmatte, falschen Zähnen und grauem Schnurrbart verkleidet, erschien der 43-Jährige ermüdet und ohne ein Lächeln am Set - der Karstadt-«Kinderecke».

Posieren in der «Kinderecke»

Vor dem leer geräumten Spielplatz standen die Fotografen schon brav in Zweierreihen an, um den Chefredakteur des Grevenbroicher Tageblattes aus der Nähe ablichten zu können. Schlämmer posierte gemeinsam mit seinen Schauspielerkollegen Jürgen Tarrach, Anneke Kim Sarnau, Olga von Luckwald und Johanna Gastdorf.

Nach langwieriger Knipserei (alle mussten ständig neu gepudert werden) ging es endlich ans Reden: Angelo Colagrossi («Kein Pardon»), Regisseur und langjähriger Partner von Hape Kerkeling, trat auf den Plan. «Schmeckt ihnen der Lachs?» fragte er die Pressevertreter vorm Catering-Tisch - eine Anspielung auf Norwegen, den Schauplatz des Filmgeschehens.

Gemeinsam mit der beim Pressetermin nicht anwesenden Regisseurin Angelina Maccarone («Vivere») haben die Lebensgefährten die Geschichte «Ein Mann, ein Fjord!» geschrieben - «das erste Hörbuch überhaupt, das zum Spielfilm wird».

Nebenrolle stahl allen die Show

Im Zentrum der Komödie steht Norbert Krabbe (Jürgen Tarrach) aus Wanne, ein arbeitsloser Bürokaufmann und - zum Leidwesen seiner Frau Birgit (Anneke Kim Sarnau) - leidenschaftlicher Preisausschreiben-Teilnehmer. Dabei gewinnt er einen Fjord auf den Lofoten, hat aber kein Geld für die Reise. Getarnt als Putzkolonne, schlägt er sich mit seiner Tochter Ute (Olga von Luckwald) per Zug bis Kopenhagen durch, wo sie dem Ehepaar Waltraud (Johanna Gastdorf) und Dr. Reinhold Schwarz-Ebershagen begegnen. Auch die norwegische Schlagersängerin Wencke Myhre gibt ein Gastspiel als Empfangsdame.

Gefilmt wird noch bis Mitte Juli in Wanne, Berlin und an Originalschauplätzen in Dänemark, Schweden und Norwegen. Eine Station der erst vor wenigen Tagen begonnenen Dreharbeiten ist auch das Karstadt-Kaufhaus, in dem sich Krabbe einen gewonnenen Römertopf abholt und dabei auf Horst Schlämmer trifft.

Schlämmer «war dann mal weg»

Angesichts des Stars im Ensemble betonte Angelo Colagrossi mit charmantem italienischen Akzent, dass dies «kein Schlämmer-Film» sei. Immerhin spielt Hape Kerkeling zusätzlich auch noch eine TV-Moderatorin und die Reisebegleiterin Uschi Blum.

Beim Journalistengespräch glänzte er jedoch zunächst mit Abwesenheit: «Herr Schlämmer musste leider den letzten Zug nach Grevenbroich bekommen», hieß es. So richtete sich die Aufmerksamkeit mehr auf die bezaubernde, dauer-kichernde Anneke Kim Sarnau («Fremde Haut») – vielleicht auch, weil sie das rheinische Großmaul («Schätzelein, ich hab Rücken») so gut imitieren konnte.

ZDF plant langfristige Zusammenarbeit mit Kerkeling

Kaum zu glauben, dass sich Sarnau mit Komödien eher schwer tut: «Ich musste erstmal lernen, die Balance zwischen Ernst und Leichtigkeit hinzubekommen», war einer der wenigen ernsten Sätze, die sie an diesem Abend äußerte. «Wenn ich kein Gefühl für eine Szene hatte, hat Angelo sie mir einfach auf Italienisch vorgespielt, dann ging's.»

ZDF-Redakteurin Elke Müller goss eimerweise Lob über die Beteiligten: Sie habe den Hörbuch-Rohschnitt vor anderthalb Jahren auf einer Autofahrt ins Ruhrgebiet gehört und ihn «sofort großartig» gefunden. «Auch über die Besetzung waren wir uns gleich einig». Der Ausstrahlungstermin ist laut Sornau erst in einem Jahr. Mit Kerkeling sei man schon jetzt über weitere Projekte in «kreativen Gesprächen», sagte Müller, die dazu keine Details verraten wollte.

Sichtlich genervt: Hape Kerkeling.
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Ein Mann, ein Wort

Der Düsseldorfer erschien dann doch noch vor den Kameras und sorgte erneut für Blitzlichtgewitter. Auch er zeigte sich zufrieden mit der bisherigen Arbeit: «Das ist der entscheidende Schritt, dass es jetzt ein Film wird. Dafür haben wir es geschrieben. Und was ich so sehe, wird schöner, als das was ich mir in meinem Kopf ausgedacht habe.»

Mit Augenringen und nass geschwitzten Haaren wirkte Kerkeling sichtlich ausgelaugt. «Na, Sie sprudeln ja wieder, wie immer», sagte er zu den sprachlosen Journalisten. Als dann doch jemand wissen wollte, wie es ist, mit so einem engen Vertrauten zu arbeiten, reagierte er abweisend: «Den Regisseur kannte ich vorher nicht.»

Endlich ehrlich

Für eine ironische Bemerkung waren Kerkelings Tonfall und Blick eine klare Spur zu genervt. Erst später im Einzelinterview korrigierte er seine Aussage: «Man muss Berufliches und Privates trennen können, sonst funktioniert das nicht.»

Auch eine andere Journalistin wurde arrogant abgewatscht. Auf ihre Frage, wie er mit seinen häufigen Rollenwechseln zurecht komme, simulierte der Komiker ein spöttisches Jammern. «Es reibt mich ja so sehr auf, sehen Sie, mir kommen schon die Tränen.» Betretenes Schweigen. «Ja laufen Sie mal bei 30 Grad den ganzen Tag mit Perücke und umgeschnalltem Bauch rum!», platzte es aus ihm heraus. Da konnte man ihm den Pressefrust wohl kaum übel nehmen.
 
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