«Sex and the City»-Previews: 

netzeitung.deFrüher lästern als der Rest

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Prost, die New Yorkerinnen kommen! (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Prost, die New Yorkerinnen kommen!
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Cosmopolitan-Bar, Glamourquiz und der Kick des vorzeitigen Bescheid-Wissens: Zum Kinostart von «Sex and the City» feiern Berliner Kinos üppige Vorpremieren. Maike Schultz weiß, wo was geht.

Wir kennen das von Harry Potter: Pünktlich um 24 Uhr vorm offiziellen Starttermin bevölkern Hexen, Zauberer und Fans in Zivil die Kinos. Die Mitternachtspremieren zu den Buchverfilmungen sind inzwischen ein eingespieltes Ritual, Verkleidungen vorprogrammiert.

Ob am Mittwochabend Damen in Manolo Blahniks die Säle stürmen, steht kaum zu befürchten – dafür sind die edlen Stilettos mit einem Startpreis von etwa 500 Euro einfach zu teuer. Fakt ist, dass in Berlin dutzende Lichtspielhäuser den Hype zum Film nutzen und ihn deshalb schon einen Tag vor seinem regulären Anlaufen zeigen. Sie setzen dabei auf zwei klare Zielgruppen: Frauen und schwule Männer.

Zum Beispiel das Kino International in der Karl-Marx-Allee. Das ehemalige DDR-Premierenkino ist heute vor allem für Parties wie den «Klub International» bekannt - legendär seine Drag Queen-DJ-Sets mit französischem Trash-Pop in der «Honecker-Lounge».

Cocktails und Drag Queens
Der SED-Chef würde sich wahrscheinlich auch angesichts der Vorpremiere von «Sex and the City» im Grabe umdrehen. Für die Leinwand-Fortsetzung der beliebten TV-Serie hat die Kinoreihe Mongay nicht nur ihren Montagstermin auf Mittwoch verlegt, sondern auch eine der bekanntesten Party-Transen Berlins engagiert.

Nina Queer, Betreiberin der Bar zum schmutzigen Hobby, lädt vorab zum Ratespiel rund um Carrie, Samantha und Co. Außerdem wird eigens zu Ehren der New Yorkerinnen und ihres Lieblings-Drinks eine Cosmopolitan Bar aufgebaut, an der auch nach der Filmvorführung zu Discomusik noch weiter gefeiert werden kann.

Ausverkaufte Säle bei Sonderangebot für Frauen
Im UCI-Colosseum in Prenzlauer Berg läuft «Sex and the City – Der Film» im Rahmen der Reihe „women´s night mit Emotion“. Zur Begrüßung erhält jede Besucherin ein Glas Sekt, Bonuspunkte zum Prämien-Einlösen mit der Kundenkarte und eine «tolle Überraschung» im Saal. Wer online bucht, zahlt einen ermäßigten Preis von 9,90 Euro für zwei Tickets.

Die dürften aber alle längst vergeben sein, wenn man die Lage in anderen Kinos betrachtet. Das Cubix am Alexanderplatz (Cinestar) zeigt die Preview innerhalb seiner einmal monatlich stattfindenden Reihe Cinelady – und die Vorstellung mit etwa 600 Plätzen ist restlos ausverkauft. «Die letzten Karten gingen schon vergangene Woche weg», sagt Mitarbeiter Torsten Reinert. «Mit so einem Andrang haben wir nicht gerechnet». Cinelady-Tickets kosten für Frauen nur sechs Euro, dazu gibt es für jede ein Glas Prosecco.

Last minute-Restkarten für reguläre Previews
Wegen der hohen Nachfrage hat das Cinestar nun noch fünf weitere Vorstellungen am selben Abend angesetzt - zum regulären Eintrittspreis. «Aber für die um 20 Uhr sind auch nur noch Restkarten da», weiß Reinert.

Im Hauptsitz im Sony Center sieht es genauso aus: «Cinelady war noch nie so schnell ausverkauft», meint Clara Wiegand, Cinestar-Mitarbeiterin am Potsdamer Platz. «So war es bisher nur als der neue 'Indiana Jones' in der Reihe Cinemen lief.» Auch im Kino International läuft inzwischen die Telefonleitung heiß - es ist dauerbesetzt. Also nichts wie High Heels anschnallen und Plätze sichern.

Kino International, Karl-Marx-Allee 33, Tel.(030)24756011, Mongay mit Nina Queer ab 21 Uhr

Cinestar Sony Center, Preview um 20 und 23 Uhr, Tel.(030)2606640

Cubix Alexanderplatz, Preview um 21, 22.50 und 23.15 Uhr, Tel.(030)257610


Für das Web ediert von Maike Schultz