20. Mai 2008 14:32
Shaggy, Revolverheld und jetzt auch noch Iglesias: Immer mehr Musiker schreiben Songs für die Fußball-EM. Das Hymnen-Chaos erinnert an die WM 2006. Aber was sich im Stadion durchsetzt, entscheiden nur die Fans.
Der Schmusebarde tritt mit «Can You Hear Me» die Nachfolge von Nelly Furtado an, die mit ihrem Hit «Força» für die Hymne der EM 2004 in Portugal gesorgt hatte. «Enrique ist für uns die perfekte Wahl er ist ein internationaler Superstar, der Fußball liebt und europäische Wurzeln hat», begründete Uefa-Marketing-Direktor Philippe Margraff die Wahl. Iglesias' neun Alben verkauften sich weltweit insgesamt rund 40 Millionen Mal. Die Fußball-EM scheint eine sehr ergiebige Inspirationsquelle für neue Songs zu sein, die zig konkurrierende Lieder auf den Markt spült. Allein die Uefa bringt es auf mindestens vier «offizielle» Hymnen. So interpretierte der jamaikanische Reggae-Star Shaggy für die Euro 2008 zwei Songs: In den Video-Clips zu «Like a Superstar» und «Feel the Rush» werden die Maskottchen-Zwillinge «Trix & Flix» vorgestellt. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Manga-Comic und «Fix und Foxi». Die deutsche Band Revolverheld liefert mit ihrem Track «Helden 08» die offizielle DFB-Fan-Hymne.
Das Musik-Chaos erinnert an die WM in Deutschland 2006, bei der sich das munter geschrammelte «'54, '74, '90, 2006» von Sportfreunde Stiller viel größerer Beliebtheit erfreute als Herbert Grönemeyers offizieller WM-Song «Zeit, dass sich was dreht». Revolverheld wollen an den Erfolg dieses Gassenhauers anknüpfen. Ihr Refrain lautet: «Dieses Jahr geht das Fußballwunder weiter/Wir sind da/Und wir werden Europameister». «Unser Song ist ein traditioneller Fußballsong», sagt Sänger Johannes Strate. Die Anforderungen: «Er muss beim ersten Mal ins Ohr gehen. Jeder, der im Stadion ist, auch sei er schon total betrunken, muss ihn mitsingen können.» (nz/dpa)