netzeitung.deLinkspartei sieht sich «schwer bestraft»

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Linkspartei- Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Linkspartei- Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch
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Nach dramatischen Stimmenverlusten bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin hält sich die Linkspartei auch den Gang in die Opposition offen. Die Linke im Bund räumte große Versäumnisse ein.

Führende Politiker der Linkspartei haben mit Selbstkritik auf das schwache Abschneiden ihrer Partei bei den Landtagswahlen reagiert. Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch räumte am Montagvormittag im ARD-«Morgenmagazin» große Versäumnisse ein, vor allem deshalb, weil die Linkspartei von vielen nicht mehr so sehr als Ostpartei wahrgenommen worden sei. «Wir müssen sehen, wie wir unser Angebot attraktiver machen», sagte Bartsch mit Hinweis auf die Verluste der Partei bei den jungen Wählern.

Angesichts der dramatischen Verluste für seine Partei bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin mahnte Bartsch eine «selbstkritische Analyse» an. Er räumte ein, dass die Wähler die Linkspartei für ihre Arbeit im rot-roten Senat «schwer bestraft» hätten. In Mecklenburg-Vorpommern habe man aus der Regierungsverantwortung zwar leicht zugelegt, «aber auch da hätte ich mir mehr vorstellen können». «Da müssen wir drüber nachdenken», sagte Bartsch.

Geschadet haben nach den Worten des PDS-Bundesgeschäftsführer auch die Auseinandersetzungen, die es bei der Bildung der neuen Linken mit der WASG gegeben habe: «Da haben die Leute gefragt: 'Was soll das denn alles'.» Bartsch zeigte sich jedoch überzeugt, dass die Zusammenarbeit zwischen PDS und Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) ein Erfolgsmodell sei.

Referenzmodell sei die Bundestagsfraktion der Linkspartei. Zudem werde die Vereinigung von Linkspartei und WASG, also die Bildung der neuen Linken in Gesamtdeutschland, bis Juni nächsten Jahres abgeschlossen sein. «Da wird es Höhen und Tiefen geben. Der Sonntag war sicherlich ein Tiefpunkt. Aber sie wird kommen, weil sie notwendig ist bei der Politik in diesem Land», sagte Bartsch.

Der Fusionsbeauftragte der Linkspartei und stellvertretende Fraktionsvorsitzende in Bundestag, Bodo Ramelow, appellierte als Konsequenz aus dem Wahlergebnis an PDS und WASG, «aus den Gräben herauszukommen». Beide Seiten sollten «nicht länger darum zu streiten, wer der bessere Teil der Partei ist, sondern insgesamt die entstehende Linkspartei zu einer Bewegung zum Anfassen machen», sagte Ramelow der «Leipziger Volkszeitung».

Die Berliner Linkspartei hält sich indessen auch den Gang in die Opposition offen. «Wir können regieren, wir können opponieren», sagte Spitzenkandidat Harald Wolf im Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB). Es komme jetzt darauf an, wie viel ihrer inhaltlichen Forderungen die Linkspartei in den Sondierungsgesprächen mit der SPD durchsetzen könne.

Die Linkspartei war von 22,6 Prozent auf 13,4 abgestürzt. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) könnte auch mit den Grünen regieren. (nz)