netzeitung.deKandidaten im Portrait

 Herausgeber: netzeitung.de

Der Bär, das Berliner Wappentier (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Bär, das Berliner Wappentier
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Spitzenkandidaten führen den Wahlkampf der Parteien. Sie repräsentieren die politischen Ziele und vertreten sie gegenüber dem Wähler. Die Netzeitung stellt die Kandidaten der größten Parteien für die Wahl in Berlin vor.

Von den Spitzenkandidaten der fünf bereits im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien konkurrieren zwei um das Amt des Regierenden Bürgermeisters: Amtsinhaber Klaus Wowereit (SPD) und sein CDU-Herausforderer Friedbert Pflüger.

Klaus Wowereit
kam als erster Regierender Bürgermeister in Berlin seit 1946 durch ein konstruktives Misstrauensvotum ins Amt. Nach dem Bruch der großen Koalition wurde der 52-Jährige SPD-Politiker am 16. Juni 2001 mit Hilfe der PDS gewählt. Seit Januar 2002 führt der gebürtige Berliner die erste rot-rote Koalition in der Hauptstadt. Zuvor legte Wowereit eine Blitzkarriere in der SPD hin. Nach elf Jahren als einst jüngster Bildungsstadtrat in Tempelhof, zog der Jurist 1995 ins Abgeordnetenhaus ein. Bereits 1999 rückte er an die Spitze der Fraktion. Auch bekannt wurde der Opernfan durch sein Bekenntnis zu seiner Homosexualität.

Friedbert Pflüger
möchte nach dem Modell seines Vorbilds, Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker (CDU), agieren. Wie dieser 1983, will der promovierte Wirtschafts- und Politikwissenschaftler die Berliner SPD von der Regierung ablösen. Als Sprecher des damaligen Regierenden Bürgermeisters stieg Pflüger 1983 in die Politik ein.

Seit 1990 sitzt der gebürtige Hannoveraner im Bundestag, 2005 wurde er Verteidigungs-Staatssekretär. In der Union gilt der 51-Jährige als liberal und zeitweise als unbequem. Er kritisierte unter anderem das Verhalten der CDU während der Spendenaffäre.

Harald Wolf
erbte in der PDS von Gregor Gysi erst den Posten als Wirtschaftssenator, dann den des Spitzenkandidaten. Der eher wortkarge Diplom-Politologe gilt als akribischer Arbeiter und strategischer Kopf der Linkspartei. Seine politische Karriere begann der 50-Jährige bei den Grünen. 1986 trat der gebürtige Hesse in die Alternative Liste Berlins ein. 1989 bereitete er den ersten rot-grünen Senat mit vor. 1990 zog er dann aber als parteiloser Abgeordneter für die PDS ins Parlament ein. 1995 übernahm er den Fraktionsvorsitz und ebnete Rot-Rot in Berlin den Weg.

Franziska Eichstädt-Bohlig
möchte die Grünen in die Regierung führen und dann selbst einen Senatorenposten übernehmen. Nach elf Jahren im Bundestag zieht es die 64-Jährige an ihre erste politische Wirkungsstätte in Berlin zurück, wo sie sich schon in der Studentenbewegung engagierte. Die Architektin und Stadtplanerin wurde in den 80er Jahren von den Bauskandalen im Westteil Berlins und der Hausbesetzerbewegung geprägt.

Martin Lindner
möchte seinen Vorsitz in der FDP-Fraktion am liebsten gegen einen Platz auf der Senatsbank eintauschen. Der redegewandte, 42-jährige Rechtsanwalt sieht sich gerne als eigentlichen Oppositionsführer im Abgeordnetenhaus. Der gebürtige Münchner will Landesunternehmen privatisieren und den Öffentlichen Dienst abbauen - notfalls auch durch Kündigungen. (nz)