netzeitung.deNPD könnte in Schwerins Landtag einziehen

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NPD-Anhänger (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe NPD-Anhänger
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Erstmals sieht eine Umfrage zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern die NPD im Landtag. Die CDU könnte demnach stärkste Partei werden.

Nach den Wahlerfolgen rechtsextremer Parteien in Sachsen und Brandenburg könnte der NPD auch der Einzug in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gelingen. Das geht aus einer am Freitag vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) veröffentlichten Infratest-dimap-Erhebung hervor.

Zwei Wochen vor der Landtagswahl am 17. September kommt die rechtsextreme Partei demnach auf sechs Prozent. Zehn Prozent der Befragten gaben an, sie werden ihre Stimme in jedem Fall oder möglicherweise der NPD geben. Im sächsischen Landtag ist die NPD bereits vertreten, in Brandenburg sitzt die rechtsextreme DVU im Landesparlament.
CDU: NPD-Erfolg wäre «fatal»
Der Spitzenkandidat der CDU Mecklenburg- Vorpommern, Jürgen Seidel, zeigte sich besorgt über die Stärke der rechtsextremen Partei. «Natürlich mache ich mir Sorgen», sagte Seidel der Netzeitung. «Wir kommen ja an den Fakten, die uns die Umfragen aufzeigen, nicht vorbei.» Seidel warnte: «Es wäre für Mecklenburg-Vorpommern wirklich fatal, wenn die Rechtsextremisten in den Landtag kämen.» «Deswegen versuchen wir mit unterschiedlichen Aktionen die Menschen dazu zu bringen, zur Wahl zu gehen.»

Unterdessen hält das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der oppositionellen CDU und der regierenden SPD an. Die CDU kam in der Umfrage auf 31 Prozent, die SPD auf 30 Prozent. Ihr Regierungspartner Linkspartei erreichte 21 Prozent.

SPD nicht auf CDU angewiesen
Die FDP könnte unverändert mit sechs Prozent rechnen. Die Grünen blieben mit vier Prozent weiter außerhalb des Landtags. Für die Umfrage waren den Angaben zufolge 1000 wahlberechtigte Bürger ab 18 Jahren befragt worden.

CDU-Spitzenkandidat Seidel räumte ein, dass die Mehrheitsfrage trotz der gute Umfrageergebnisse «im Moment noch gegen uns» laufe. Gleichwohl sehe er Bewegung. «Ich gehe davon aus, dass wir noch zulegen können», gab sich der Christdemokrat zuversichtlich. Auch eine Große Koalition sieht er «im Bereich des Möglichen». Allerdings habe er «durch die Bundestagswahl gelernt, dass es keinen Sinn macht, sich zu früh ganz sicher zu fühlen».

Auch wenn die CDU die Wahl gewinnen sollte, wäre rot-rote Koalition, die seit 1998 das Land regiert, nicht gefährdet. Zum Weiterregieren reicht es, da die erstarkte Linkspartei die Verluste der SPD ausgleicht. (nz)