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Wie aus einem SPD-ler ein Klinsi-Double wurde
17. Aug 2006 09:54

Das besagte SPD-Wahlplakat
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Foto: dpa
Plötzlich ist Daniel Kind in ganz Deutschland bekannt - dabei wollte er nur der SPD im Berliner Wahlkampf helfen. Doch dann meldete sich der Berater von Ex-Bundestrainer Klinsmann.
 
Er ist blond, hat etwas schütteres Haar, und wenn er lächelt, kneift er die Augen leicht zusammen: Daniel Kind, 26 Jahre alt, Mitglied der Berliner SPD. Seit Tagen ist er so auf Plakaten der Partei für die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin im September zu sehen. Millionen Menschen fahren und gehen täglich an seinem Foto vorbei. Einer davon ist nun schuld daran, dass die Medien sich plötzlich sehr für den Studenten interessieren.

Der Berater von Jürgen Klinsmann findet, dass Kind dem Ex-Bundestrainer ähnlich sieht; zu ähnlich sieht. Das Plakat lege nahe, dass Klinsmann sich politisch äußere. Das wolle der Ex-Bundestrainer sicher nicht.

Nun muss Daniel Kind plötzlich Stellung nehmen. «Nein, im Vorfeld des Wahlkampfs» sei er «noch kein einziges Mal» darauf angesprochen worden, dass er womöglich so aussehe wie Klinsmann, sagt er «Spiegel online». Und im «Tagesspiegel» findet er «die ganze Sache lustig», wundert sich aber auch ein bisschen über den Klinsmann-Berater. Er habe der SPD einfach helfen wollen. Mehr nicht.

«Wir haben für die Kampagne authentische Sozialdemokraten im Bekanntenkreis gesucht», erklärt denn auch SPD-Sprecher Hannes Hönemann dem Blatt. Wenn man Kind vor sich stehen habe, würde man erkennen, «dass er weit entfernt davon ist, als Klinsmann-Double Baumärkte zu eröffnen». Zumal Klinsmann 42 Jahre alt ist, SPD-Mann Kind jedoch erst 26.

Dennoch, der Berater wolle «entscheiden, wie wir damit umgehen», wird er zitiert. Die SPD weist laut «Tagesspiegel» alle Vorwürfe, sie wolle mit dem WM-Bonus auf politischem Spielfeld punkten. Am Donnerstag sei eben dies Klinsmanns Anwalt telefonisch mitgeteilt worden.

Ein deutliches Argument haben die Genossen auf ihrer Seite: Das Foto für das Plakat sei am 12. Juni aufgenommen worden, sagen Kind und SPD-Sprecher Hönemann. Damals konnte niemand ahnen, dass die Nationalelf überhaupt über die Vorrunde der am 9. Juni begonnenen Fußball-WM hinauskommen und Klinsmann zum Star werden würde. (nz)





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