Minusrekorde bei Wahlbeteiligung26. Mrz 2006 10:02, ergänzt 19:30
Bürger bei der Stimmabgabe
In Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind neue Landesparlamente gewählt worden. In allen drei Ländern war die Beteiligung gering.
Weniger Wahlberechtigte als erhofft haben am Sonntag ihre Stimme bei den Landtagswahlen in drei Bundesländern abgegeben. In Sachsen-Anhalt stürzte die Wahlbeteiligung nach ARD-Angaben auf ein bundesweites Allzeit-Tief bei einer Landtagswahl ab. Eine ARD-Hochrechnung um 19 Uhr sah Sachsen-Anhalt bei 43,2 Prozent und damit um 13,3 Punkte niedriger als 2001.
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Das ZDF ermittelte eine Wahlbeteiligung von 44,5 Prozent.
Auch aus Baden-Württemberg meldete die ARD mit 53,7 Prozent einen Negativrekord. Das ZDF meldete 54,4 Prozent. 2001 hatten dort 62,6 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt.
In Rheinland-Pfalz sank die Wahlbeteiligung nach der ARD-Hochrechnung leicht von 62,1 auf 60 Prozent. Das ZDF sah einen deutlicheren Rückgang auf 57,3 Prozent.
Die geringe Wahlbeteiligung hatte sich schon Stunden vor Schließung der Wahllokale abgezeichnet. Beobachter spekulierten, das Regenwetter und die Zeitumstellung hätten zumindest am Morgen für einen schleppenden Anlauf gesorgt.
Politiker appellierten , die Bürger sollten ihr Wahlrecht nutzen.
In Sachsen-Anhalt gaben bis 16 Uhr nach Angaben des Landeswahlleiters nur 31,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Vor vier Jahren hatte dieser Wert zum selben Zeitpunkt noch bei 44,4 Prozent gelegen. Damals lag die Wahlbeteiligung am Ende bei insgesamt 56,5 Prozent.
In Baden-Württemberg hatte bis zum Nachmittag nicht einmal ein Drittel der Berechtigten (29,8 Prozent) die Stimme für ein neues Landesparlament abgegeben. Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei 38,2 Prozent.
In Rheinland-Pfalz lag die Wahlbeteiligung am Nachmittag etwa drei Prozentpunkte unter dem Vergleichswert von 2001. Um 14 Uhr - vier Stunden vor der Schließung der Wahllokale - hatten rund 35 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegebe.
Aus Hessen kamen ähnliche Signale für die Beteiligung an der Kommunalwahl. So war in Frankfurt/Main bis 16 Uhr nicht einmal ein Drittel aller Berechtigten zur Wahl gegangen - 2001 hatten zu dieser Zeit bereits 40 Prozent von ihnen die Stimme abgegeben.
Ebenfalls deutlich ging die Wahlbeteiligung in Wiesbaden zurück, und zwar um über sieben Punkte auf 29,3 Prozent (2001: 36,4 Prozent). In Fulda gingen bis 14.00 Uhr 14,9 Prozent der Wahlberechtigten ins Wahllokal (2001: 21,8 Prozent).
Bereits bei der letzten Kommunalwahl 2001 war die Beteiligung im Vergleich zu 1997 stark gesunken. Nach Schließung der Wahllokale lag sie 2001 bei 52,9 Prozent. (nz)