24.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Wie Oettinger einst Marihuana rauchte
In der Schlussphase des baden-württembergischen Wahlkampfes werden die Spitzenkandidaten privat: Bei einer Lügendetektor-Aktion im Radio gab erst SPD-Politikerin Vogt Intimes preis, nun auch CDU-Mann Oettinger.
Zwei Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg präsentieren sich die Spitzenkandidaten im Ländle in ungewohnter Offenheit. Nachdem die SPD-Frontfrau Ute Vogt im Stuttgarter «Hitradio Antenne 1» «schmerzfrei» über Intimes sprach gab jetzt auch Ministerpräsident Günther Oettinger Details aus seinem Privatleben preis.
In einem Interview des Senders («Lügendetektortest») gestand der CDU-Politiker, einmal in Berlin eine Marihuana-Zigarette geraucht zu haben. «Aber ansonsten hab' ich den Kontakt zu Drogen immer vermeiden können.» Er habe sich auch schon mal geprügelt, erzählt Oettinger freimütig, betont aber, dass er damals unfreiwillig in eine Wirtshausschlägerei in Tübingen geraten war. «Ich hab dann einen Stuhl geschnappt und mich gewehrt, aber es ging ohne Verletzungen aus», betont Oettinger.
Mit einem klaren Nein antwortet Oettinger auf die Frage, ob er sich einer Schönheitsoperation unterziehen würde. «Ich habe zwar eine etwas lange und krumme Nase, aber sonst bin ich ganz zufrieden mit mir», sagt er.
Seine Herausforderin Vogt bezeichnet Oettinger in dem Lügendetektortest als «eine junge attraktive Frau», mit der er sich auch eine Nacht vorstellen könne - «in der Kneipe bei einem Glas Wein bis maximal ein Uhr». Danach gehe er aber lieber zu seiner Frau.
In Baden-Württemberg wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt.
In dem «Lügendetektortest» des Stuttgarter Senders hatten auch die anderen Spitzenkandidaten Persönliches geäußert. Ulrich Goll, FDP-Spitzenkandidat und Justizminister, hatte erzählt, sich während seiner Professoren-Zeit schon mal in eine seiner Studentinnen verliebt zu haben. Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann hatte zugegeben, schon mal Haschisch geraucht und an einem Fastnachtsdienstag 18 Liter Bier getrunken zu haben. (nz)