netzeitung.dePeitschenhiebe und Saufgelage

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Bundeswehr-Camp im Kundus: Vorsicht vor dem Lagerkoller (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bundeswehr-Camp im Kundus: Vorsicht vor dem Lagerkoller
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Deutsche Bundeswehrsoldaten haben neben der Gefahr von Anschlägen bei Auslandseinsätzen vor allem mit einem zu kämpfen: dem Lagerkoller. Graf Nayhauß betrachtet dessen Auswüchse.

Um den Fall des Luftwaffen-Majors, der im Afghanistan-Einsatz Untergebene mit einer Peitsche bedroht haben soll, ist es merkwürdig still geworden. Zwar ist ein truppendienstliches Verfahren eingeleitet worden und auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Aber ansonsten: still ruht der See.

Das hat einen Grund: Im Bundesverteidigungsministerium verdichtet sich der Verdacht, dass Alkohol im Spiel war, eventuell war es sogar der Auswuchs eines Saufgelages. Das könnte auch die Erklärung dafür sein, dass keiner der Untergebenen sich während des Einsatzes beschwerte.

Rausgekommen war die Chose überhaupt erst durch «Aufarbeitungsgespräche», auch «Stichprobengespräche» genannt, wie sie zum Beispiel der Beauftrage des Bundeswehr-Generalinspekteurs für Erziehung und Ausbildung, Brigadegeneral Dieter Naskrent, mit Heimkehrern von Auslandseinsätzen regelmäßig führt. Dabei wurde übermäßiger Alkoholkonsum als Folge von «Lagerkoller» schon seit einiger Zeit konstatiert. Und aus Langweile begangene Dummheiten – dann noch unter Alkohol – sind die Folge.

Ein Generalstabsoffizier aus dem Führungsstab der Streitkräfte: «Oft ist auch überzogenes Anspruchsdenken die Folge des isolierten Lagerlebens im Auslandseinsatz.» Im Kosovo beschwerte sich ein Offizier schriftlich, dass eine im Freien provisorisch installierte Dusche nicht hoch genug eingezäunt sei, und daher «große Frauen darüber schauen können».

Inzwischen ist die Bundeswehrführung mit einem neuen Vorkommnis beschäftigt: Anfang dieser Woche schoss sich ein Wachposten auf der Bonner Hardthöhe, dem dortigen Sitz des Verteidigungsministeriums, beim Spielen mit der Waffe unfreiwillig in den Oberschenkel!

Auch ein Produkt von Langweile. Allerdings gefährlicher als in der Gruppe saufen.