Merkel hatte von Schröder die Nase voll
04.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Was hat sie da geritten?
Ein langjähriger Zuarbeiter: «Sie hatte einfach die Nase voll von Schröders Sticheleien der letzten Zeit - dessen Kritik am Empfang des Dalai Lama durch Merkel und ihrem harten Ton gegenüber Putin. Überhaupt störte sie Schröders aufgeblasenes Verhalten, nicht zuletzt in der Nacht der letzten Bundestagswahl.»
Jedenfalls, Niedersachsens Ministerpräsident und CDU-Präsidiumsmitglied Christian Wulff befand: «Eine großartige Rede!»
Wie bereits eingangs vermerkt, bekam vor drei Wochen in der CDU-Zentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin, der Arbeitsbereich «Strategische Planung und Kommunikation», kurz «SP» genannt, unter seinem Leiter Joachim Koschnicke Auftrag, einen ersten Entwurf zu erstellen. Dafür wurden von Experten für bestimmte Sachgebiete sowohl in der CDU-Zentrale als auch im Kanzleramt beziehungsweise von Ministerien «Versatzstücke» angefordert und unter Mithilfe der Leiterin des Kanzlerbüros, Beate Baumann, die erste Vorlage für die Kanzlerin erstellt. Dann legte diese selbst Hand an, redigierte mit grünem Stift: Strich Sätze aus, fügte andere hinzu, machte Vermerke an den Rand («hier bitte ausführlicher»), setzte Fragezeichen, holte selbst telefonisch Auskünfte ein.
So wanderte die erste Vorlage zurück an den Planungsstab im Adenauer-Haus. Nach einiger Zeit kam der zweite Entwurf für die Kanzlerin beziehungsweise Parteivorsitzende. Das wiederholte sich noch ein zwei Mal. Bis, wie gesagt, in die letzte Nacht vor dem großen Auftritt.
Kein Thema, das sie nicht schon bei anderer Gelegenheit durchkaute und damit an Sicherheit gewann. Längst spricht sie locker, den Blick mal nach rechts, mal nach links ins Publikum gerichtet, mit den Händen die Worte unterstreichend, mal mit einladender Geste, mal Daumen und Zeigefinger zu einem Ring formend, als setze sie eine Punkt unter das eben Gesagte.
Da kommt es gar nicht so sehr auf den Inhalt an, da darf ruhig einmal etwas fehlen, nicht jedermanns Meinung treffen. Entscheidend ist der Gesamteindruck. Und der trug Angela Merkel in Hannover fast acht Minuten Applaus ein.

