Starker Tobak: Warum wir Polen nicht brauchen
29.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Gleich danach ein angeblich von Verteidigungsminister Franz Josef Jung ausgefüllter Fragebogen. Was spielen Sie mit Ihren Kindern am liebsten? «Alarmrotte.» Auf welche eigene Leistung sind Sie besonders stolz? «Das ich immer noch Verteidigungsminister bin.» Welches Lied singen Sie besonders gern? «Flieger, grüß mir die Sonne und Ein Abfangjäger aus Kurpfalz.» Was können Sie besonders gut? «Flaschen entkorken.»
Auch «Gewesene» bekommen ihr Fett weg. «Freitag, 12:30 Uhr. Am kleinen runden Tisch in der Ecke sitzt Joschka Fischer, vor sich die Zeitung, hinter der sich immer ein kluger Kopf verbirgt. Irak, Afghanistan, Kosovo nichts läuft. Alles war besser, als Joschka es noch in der Hand hatte.
Mit Schwung, breitem Raubtiergrinsen und vier Einkaufstüten der Galerien Lafayette stürmt Gerhard Schröder durch die Tür. Hallo Joschka! Du auch mal wieder hier? Lange nix von Dir gelesen höhö. Fischer blickt indigniert auf, faltet die Zeitung langsam zusammen. Ach Gerd, setz dich doch einfach und halt die Klappe...»
Auf einer Doppelseite die berühmte Anzeige mit Gorbatschow im Fond einer Limousine, daneben eine Louis Vuitton-Tasche. Dazu ein ihm in den Mund gelegter Text: «Ich habe ein Weltreich zerstört. Und alles, was ich dafür bekam, war diese lausige Tasche.»
Auf einer anderen Seite Steinmeier und Condoleezza Rice, beieinander sitzend. Sie mit verführerisch hochgerutschtem Rock. Er: «Ich gratuliere ihren Beinen zur deutschen Staatsbürgerschaft.»
Hart an der Grenze des Erlaubten: «Die 16 besten Gründe, warum man Polen aus der EU werfen sollte.» (Unter anderem): «... wir sonst über kurz oder lang unseren Putzfrauen Mindestlöhne zahlen müssen.»
«... man das, was sie als Sprache ausgeben, sowieso nicht lernen kann.»
«... wir sie für Ostsee-Pipeline nicht brauchen.»
«... Klose, Podolski und Trochowski schon eingedeutscht sind.» Illustriert das Ganze mit einem Foto, das die Bundeskanzlerin zeigt, wie sie einem der Kaczynski-Brüder die Hand reicht und fragt: «Welche Kartoffel bist Du denn?»
Starker Tobak. Aber bei Satire ist alles erlaubt. Fast alles.

