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Starker Tobak: Warum wir Polen nicht brauchen

29. Nov 2007 13:49
Kartoffelchips..., Kartoffel..., da war doch was.
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Egal was man an Kritik über den Bundespresseball im nachhinein hört: zu laut, zu voll, zu wenige Minister. Jedoch, wie die Prominenz im Ball-Almanach auf den Arm genommen wird, findet Graf Nayhauß echt super.

Da werden von FDP-Chef Westerwelle fünf getürkte Fotos mit der Bildunterschrift «Jedem Wähler sein Guido» gezeigt: Guido für den Rock ‚n’ Roller, für den Juli, für den Popper, für die italienischen Momente im Wähler! Jedes Mal mit einer anderen, per Fotomontage verpassten Haarpracht!

Gleich danach ein angeblich von Verteidigungsminister Franz Josef Jung ausgefüllter Fragebogen. Was spielen Sie mit Ihren Kindern am liebsten? «Alarmrotte.» Auf welche eigene Leistung sind Sie besonders stolz? «Das ich immer noch Verteidigungsminister bin.» Welches Lied singen Sie besonders gern? «’Flieger, grüß mir die Sonne’ und ‚Ein Abfangjäger aus Kurpfalz.’» Was können Sie besonders gut? «Flaschen entkorken.»

Gerd, halt die Klappe

Unter dem goldgerahmten Bild von einem griesgrämig dreinschauenden Umweltminister Sigmar Gabriel die Unterschrift: «dieser inder hat jetzt eine greencard.»

Auch «Gewesene» bekommen ihr Fett weg. «Freitag, 12:30 Uhr. Am kleinen runden Tisch in der Ecke sitzt Joschka Fischer, vor sich die Zeitung, hinter der sich immer ein kluger Kopf verbirgt. Irak, Afghanistan, Kosovo – nichts läuft. Alles war besser, als Joschka es noch in der Hand hatte.

Mit Schwung, breitem Raubtiergrinsen und vier Einkaufstüten der Galerien Lafayette stürmt Gerhard Schröder durch die Tür. ‚Hallo Joschka! Du auch mal wieder hier? Lange nix von Dir gelesen – höhö. Fischer blickt indigniert auf, faltet die Zeitung langsam zusammen. ‚Ach Gerd, setz’ dich doch einfach und halt die Klappe...’»

Auf einer Doppelseite die berühmte Anzeige mit Gorbatschow im Fond einer Limousine, daneben eine Louis Vuitton-Tasche. Dazu ein ihm in den Mund gelegter Text: «Ich habe ein Weltreich zerstört. Und alles, was ich dafür bekam, war diese lausige Tasche.»

Polen aus der EU?

Auf Seite 65 des Almanachs Außenminister Frank-Walter Steinmeier, zu einer Menschenmenge sprechend: «Selig sind die geistig Armen, denn ihnen ist das Kanzleramt.»

Auf einer anderen Seite Steinmeier und Condoleezza Rice, beieinander sitzend. Sie mit verführerisch hochgerutschtem Rock. Er: «Ich gratuliere ihren Beinen zur deutschen Staatsbürgerschaft.»

Hart an der Grenze des Erlaubten: «Die 16 besten Gründe, warum man Polen aus der EU werfen sollte.» (Unter anderem): «„... wir sonst über kurz oder lang unseren Putzfrauen Mindestlöhne zahlen müssen.»

«... man das, was sie als Sprache ausgeben, sowieso nicht lernen kann.»

«... wir sie für Ostsee-Pipeline nicht brauchen.»

«... Klose, Podolski und Trochowski schon eingedeutscht sind.» Illustriert das Ganze mit einem Foto, das die Bundeskanzlerin zeigt, wie sie einem der Kaczynski-Brüder die Hand reicht und fragt: «Welche Kartoffel bist Du denn?»

Starker Tobak. Aber bei Satire ist alles erlaubt. Fast alles.

 
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