netzeitung.deDie gegnerischen Parteien schaukeln sich hoch

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Bundeswehrsoldaten in Afghanistan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bundeswehrsoldaten in Afghanistan
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Als intelligente Strategen bezeichnet unser Kolumnist Graf Nayhauß führende Taliban in Afghanistan. Er zitiert aus einem vertraulichen Bericht.

Für die Bundeswehr wird die Luft in Afghanistan eisenhaltiger. In einem vertraulichen Bericht des Verteidigungsministeriums an das Parlament heißt es: «Während die Sicherheitsvorfälle im ersten Halbjahr 2007 in Intensität, Art sowie den räumlichen Schwerpunkten weitgehend mit denen des 2.Halbjahrs 2006 vergleichbar sind, zeichnet sich für das 2. Halbjahr 2007 eine Steigerung ab.

Die gestiegene Anzahl der Vorfälle zeigt, dass regierungsfeindlich eingestellte Kräfte nach wie vor über ein hohes Maß an Aktionsfreiheit verfügen. Sie ist aber auch in Relation mit dem Handeln eigener Kräfte zu sehen. Isaf hat in den vergangenen Monaten seine Präsenz in der Fläche verstärkt und das Operationstempo sowie die Anzahl der Operationen insgesamt erhöht.»

Das heißt, die gegnerischen Parteien schaukeln sich mit ihren militärischen Aktionen gegenseitig hoch.

Asymmetrische Kampfmethoden
Der Bericht fährt fort: «Regierungsfeindlich eingestellte Kräfte nutzen zunehmend asymmetrische Kampfmethoden, weil sie durch diese Art der Kriegsführung eine hohe psychologische und mediale Wirkung erreichen und einer unmittelbaren Auseinandersetzung mit Sicherheitskräften entgehen können.»

Die Taliban sind also keinesfalls dumpfe Bauernkrieger, sondern, zumindest ihre Kommandeure, intelligente Strategen (wie einst in Vietnam der Vietcong). Darum stuft das Verteidigungsministerium die Bedrohung für die deutschen Soldaten in Afghanistan als «erheblich» ein.

Keine Überraschung
Während unter deutschen Politikern noch gestritten wird, ob man mit den Taliban verhandeln soll - SPD-Chef Kurt Beck ist dafür, der Obmann der CDU/CSU im Außenpolitischen Ausschuss des Bundestags, Karl-Theodor zu Guttenberg, ist dagegen -, scheint sich in Afghanistan genau das anzubahnen. Heißt es in einem zweiten Bericht:

«Präsident Karzai hat am 14.10.07 in einem ausführlichen Gespräch mit dem amerikanischen Botschafter in Afghanistan und dem Kommandeur der International Security Assistance Force (Isaf) die Zusage gegeben, dass er die Internationale Gemeinschaft in Bezug auf mögliche Gespräche mit den Taliban nicht überraschen werde. Er werde die internationale Gemeinschaft und Isaf vollständig über solche Vorhaben unterrichten.»