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Lupe Je besser die Technik desto weniger Soldaten

Computer übernehmen oft Arbeit, die vorher Menschen erledigten. In der Bundeswehr hat das vor allem Folgen für den einfachen Soldaten, hat Graf Nayhauß beobachtet.

Beim Bund gibt es viele «Häuptlinge», aber wenige «Indianer». Beispiele: In Afghanistan, wo das größte deutsche Kontingent stationiert ist, waren per 1. August genau 3332 Bundeswehrbedienstete im Einsatz. Davon 611 Offiziere, 2108 Unteroffiziere, aber nur 609 einfache Soldaten – plus vier Zivilbedienstete.

Im Kosovo auf dem Balkan, mit dem nächst stärksten deutschen Truppenkontingent, sind neben 1590 Offizieren und Unteroffizieren lediglich 685 «Muschkoten» eingesetzt.

Hoch qualifiziert
Die heutigen Waffensysteme werden immer stärker von hoch qualifizierten Spezialisten bedient, die eine längere Ausbildung haben, zum Teil verbunden mit Studium an einer Bundeswehrhochschule. Aufklärungstornados in Afghanistan zum Beispiel werden ausschließlich von Offizieren geflogen. Auch in multinationalen Stäbe werden überwiegend nur Offiziere gebraucht.

Bei der Bundeswehr-Beteiligung im Sudan an der Überwachungsmission der African Union zum Eindämmen des Völkermordens sind 40 deutsche Offiziere und ein Unteroffizier vor Ort, aber nicht ein einziger Mannschaftsdienstgrad. Alle deutschen Auslandseinsätze zusammengenommen verzeichneten am Monatsanfang insgesamt 7509 Bundeswehrangehörige, davon 1325 Offiziere, 4417 Unteroffiziere, 56 Zivilbeamte, aber nur 1711 einfache Grenadiere, Matrosen, Jäger, Sanitäter Luftwaffenbodenpersonal und so weiter.

Früher hieß es: Wer will unter die Soldaten, der muss haben ein Gewehr. Heute ist oft ein Computer wichtiger.