24. Mai 2007 12:32
erinnert sich an seine eigenen Einsätze bei den vergangenen Weltwirtschaftsgipfeln.
Die Hysterie bei der Vorbereitung zum Gipfel in Heiligendamm Anfang Juni - Einzäunung, Bannmeile, Schnüffelhunde (Thierse: «Stasi-Methoden») - erinnert mich an vorangegangenen Treffen der acht Staats- und Regierungschefs. Da gab es dieselbe Aufgeregtheit. Alles schon mal gehabt.Bisher fanden genau 37 «Gipfel» statt. Über gut ein Dutzend berichtete ich vor Ort. Zum Beispiel in der italienischen Hafenstadt Genua vor sechs Jahren. Reinkommen war so schwer wie hinterher wieder rauszukommen. Absoluter Belagerungszustand. An der ersten Polizeisperre alles Mitgebrachte zur Kontrolle auf dem Straßenpflaster geöffnet und den Inhalt ausgebreitet: Koffer, Kleidersack, Laptop-Tasche, Fotoapparate.
Polizisten so zahlreich wie Tauben. Der Kollege von Sat1 geriet mit seinem Team zwischen Polizei und demonstrierende Chaoten, darunter Deutsche. «Kommt mit!», schrie einer der Vermummten, «wir machen für Euch was kaputt!» Eine italienische Polizistin briet mit ihrem Knüppel einer Pressefotografin eins über - von Frau zu Frau. Alice Schwarzer hätte ihre Freunde gehabt. Alles in allem ein Gipfel des Größenwahnsinns mit 4000 Medienvertretern. US-Präsident Bush kam mit 900 (!) Delegationsmitgliedern, der japanische Ministerpräsident Koizumi mit 600, der deutsche Kanzler, damals Gerhard Schröder, mit bescheidenen 60.