Endlich kitzelte mal jemand etwas heraus
Köstlich ein eingeblendeter Sketch mit Darstellern als Angela Merkel und Vizekanzler Müntefering. Dazu «Angie»: «Wir ziehen uns an, aber wir ziehen uns nicht aus.»
Und schließlich ein alter TV-Streifen mit Mathias Richling als Konrad Adenauer, dem ersten Kanzler der Bundesrepublik, der 91 wurde und ein Ansinnen mit der Begründung abschlägt: «Ich bin keine 80 mehr.» Und in Anspielung auf einen Standardsatz Adenauers, «Die Lage war noch nie so ernst», nunmehr: «Darf ich Ihnen eine Lage spendieren?»
Auch die beiden anderen Gäste bei Beckmann waren zuhörenswert. Die Schauspielerin und Moderatorin Barbara Schöneberger gab mit weit aufgerissenem Mäulchen eine Kostprobe ihrer noch gewöhnungsbedürftigen Gesangskunst nebst eines Einspielers mit ihrem Auftritt im «Quatsch Comedy Club». In diesen Tagen wird sie mit einem 16-köpfigen Orchester auf Deutschland-Tour gehen. Beckmann: «Da müssen wir alle hinpilgern!»
Dann trat der Arzt und Autor («Das Ärztehasserbuch») Dr. Werner Bartens auf. Sein Thema: «Was läuft falsch in deutschen Krankenhäusern und Ärzten?» Erschreckend die Beispiele aus berufenem Mund. Zum Beispiel die rotzfreche Antwort eines Stationsarztes auf die Frage einer verängstigten Patientin: «Herr Doktor, muss ich sterben?» «Sterben müssen wir alle.»
Dr. Bartens enthüllt den «Schwerkranken-Tourismus» - gemeint Patienten die, mitunter per Hubschrauber, auf Suche nach einer Aufnahme von Krankenhaus zu Krankenhaus transportiert werden und lebensrettende Zeit verschwendet wird.
Schließlich gibt der Arzt nützliche Empfehlungen. Etwa wenn ein nicht erwarteter Eingriff oder eine außergewöhnliche Behandlung empfohlen wird. Dann sollte man den Doktor frage: «Würden Sie das auch an sich selbst machen lassen? An einem Familienmitglied?»
Fazit: Diesmal eine Talkshow, die wirklich interessant war, bei der zudem das Zuschauen wieder richtig Spaß machte.
