Wenn dem PRT ein IED gemeldet wird
21.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Nun da der Bundestag das Nahost-Engagement der Bundeswehr abgesegnet hat - unsere Soldaten damit weltweit in neun Einsatzgebieten stationiert sind, müssen die Abgeordneten sich zunehmend mit militärischen Begriffen vertraut machen. Ein ausgewählter Kreis von ihnen erhält laufend Spezialunterrichtung, in der es zum Beispiel von militärischen Abkürzungen wimmelt. Zivilisten verstehen da zunächst nur «Bahnhof».
Etwa wenn von der «AGMILZA» die Rede ist. Gemeint ist eine Arbeitsgruppe Militärische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich.
Oder: Der «CHE Chod» stattet dem Generalinspekteur der Bundeswehr einen offiziellen Besuch ab - das ist der Schweizer «Chief of Defence».
Nächste Woche kommen die Bundesrepublik und «LVA» zu Stabsgesprächen zusammen - gemeint sind Militärs aus Lettland. Seit gestern findet in Berlin ein gemeinsame Sitzung der «PolMil. u. Mil.Gruppe» des Eurokorps statt. «PolMil» heißt mit Vertretern des Auswärtigen Amtes und des Verteidigungsministeriums.
Hinter «Isaf» verbirgt sich die Beteiligung der Bundeswehr an der «Internationalen Security Assistance Force» in Afghanistan. Die «PRTs» sind die dort gebildeten «Provincial Reconstruction Teams».
Das «DtEinsKtgt» ist das deutsche Einsatzkontingent. Oder es ist von einem «OMLT» die Rede, einem «Operational Mentoring and Liaison Team». Soll heißen, einem Beratungs- und Verbindungsteam.
Wenn dem PRT der Fund eines IED gemeldet wird, dann handelt es sich um einen selbstgebastelten Sprengsatz - bestehend etwa aus einer Panzerabwehrmine und einem mit Brandbeschleuniger gefüllten Kanister (Improvised Explosive Device).
Die Bundeswehr ist an der «KFOR» und der «MNTF S» beteiligt, erfahren die Abgeordneten. Allenfalls kann sich daraus ein Reserveoffizier, wie der CDU-Abgeordnete von Klaeden, einen Vers machen. Gemeint ist das internationale Truppenkontingent Süd im Kosovo.
Es wäre natürlich einfacher, die Berichte an den Bundestag mit allgemein verständlichen Bezeichnungen unter Verzicht auf fachchinesische Kürzel zu versehen, nicht vom «LGAN» und von «BAKS» zu sprechen, wenn der «Lehrgang Generalstabs-/Admiralsdienst National» beziehungsweise die in Berlin ansässige «Bundesakademie für Sicherheitspolitik» gemeint sind.
Aber das müsste letztendlich bestimmt werden von:
«Foxtrott-Romeo-Alpha-November-Zulu Juliett-Oscar-Sierra-Echo-Foxtrott Juliett-Uniform-November-Golf» - von Franz Josef Jung, dem Verteidigungsminister.

