Neuer Muslimrat ohne Alleinvertretungsanspruch
Armin Laschet: Er ist ein wichtiger Zusammenschluss, ein weiterer, positiver Schritt hin zur Konsolidierung des Islams und zur Schaffung einer einheitlichen Vertretung aller Muslime in Deutschland. Sie zeigt, dass die großen Dachverbände bereit sind, interne Unterschiede zugunsten eines gemeinsamen Vorgehens für die Muslime in Deutschland zu überwinden. Doch der Koordinierungsrat kann nicht das Endstadium sein, denn er vertritt nur die Muslime, die in den vier Mitgliedsverbänden organisiert sind.
Laschet: Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist der Koordinierungsrat in seiner jetzigen Form sicherlich nicht. Dafür muss mehr aus dem Rat werden, als eine nur lose zusammengeschlossene Gruppe mehrerer Verbände.
Netzeitung.de: Bleibt bei dem überwiegend konservativ zusammengesetzten Rat nicht der Graben zwischen konservativen und liberalen Muslimen?
Netzeitung.de: Vertritt der Rat die Mehrheit der Muslime, wie er selbst behauptet?
Laschet: Er vertritt sicher die Mehrheit der gläubigen Muslime, die Moscheegemeinden besuchen. Die insgesamt in Deutschland lebenden Muslime vertritt er sicherlich nicht. Für einen Alleinvertretungsanspruch reicht das keinesfalls. Für eine Vertretung der großen Zahl der Moscheegemeinden dagegen schon.
Der CDU-Politiker Armin Laschet ist Integrationsminister in Nordrhein-Westfalen. Mit ihm sprach Tilman Steffen
